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Die digitale Baustelle

Jetzt wichtiger denn je

Ibrahim Imam, Mitgründer und Geschäftsführer, PlanRadar GmbH
Ibrahim Imam

In diesen Tagen werden sicher auch die letzten „Digitalverweigerer“ zu spüren bekommen, wovon seit Jahren die Rede ist. Wer nicht digitalisiert, verliert! Unternehmen die keine digitalen Arbeitsprozesse eingeführt haben, bekommen jetzt mehr denn je die Folgen ihres Verzugs zu spüren. Doch während die klassische Büroarbeit nahezu uneingeschränkt im „Homeoffice“ erledigt werden kann, bleibt die Frage, wie sich ganze Baustellen in diesen Tagen digital leiten lassen?

Noch scheint die deutsche Bauwirtschaft von den gravierenden Einschnitten aufgrund der Corona-Krise nur bedingt betroffen zu sein. Das Gros der Baustellen wird zumindest eingeschränkt noch aufrechterhalten, wenn auch geprägt von den Vorgaben der Bundesregierung und einem Mangel an Arbeitern, die unter anderem aufgrund von gesperrten Grenzen oder Kontaktverboten nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Doch das Risiko ist groß, dass sich die Vorgaben zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 und deren Einfluss auf die Bauwirtschaft von einem Tag auf den anderen weiter verschärfen und der Baubetrieb noch stärker eingeschränkt wird oder gar nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Digitalisierung wirkt in diesen Zeiten wie eine Brücke, die zumindest strategisch wichtige Prozesse auch dann aufrechterhalten kann, wenn eine Präsenz vor Ort nicht möglich ist.

Die Branche steht in den Startlöchern
Eine Studie des ZEW bestätigt, dass in der Baubranche noch große Digitalisierungspotenziale brachliegen. Allerdings haben Akteure zumindest die Chancen von Produktivitäts- und Qualitätszuwächsen erkannt, die durch die Digitalisierung entstehen. Während digitale Instrumente wie Virtual & Augmented Reality oder Drohnen bei Planern und Bauunternehmen langsam Fuß fassen, stehen Technologien wie BIM und Data Science in den Startlöchern um den bereits erkannten Nutzwert umfassend realisieren zu können, so urteilt die 5. Digital Real Estate Umfrage 2020 Schweiz und Deutschland von pom+. Die Analyse zeigt auch, dass digitale Plattformen und Portale bereits etabliert sind. Dennoch greift laut pom+ jedes zehnte Unternehmen noch nicht auf diese Möglichkeiten zurück.

Bauleitung im Homeoffice
Insbesondere bei der Planung und Dokumentation des Baustellenbetriebs kann ein durchgängiger Datenfluss für deutliche Effizienzvorteile sorgen. Während die Gewerke mit ihrer Arbeit zweifellos an die Baustelle gebunden sind, können administrative und repetitive Aufgaben von leitenden Positionen bereits digital und in Echtzeit fernab der Baustelle mittels digitalem Bautagebuch erfolgen.

Hierfür lassen sich in einem speziell zur digitalen Kommunikation entwickelten Tool für die Dokumentation in Bau- und Immobilienprojekten alle relevanten digitalen Pläne zum Projekt einbinden. Auf Basis dieser digitalen Pläne lassen sich online wie offline alle Arbeitsprozesse und Workflows zur Aufnahme von Mängeln, zur Baudokumentation und Leistungserststellung unter Einbindung aller am Projekt beteiligten Akteure erfassen und dokumentieren. Bauleiter, Generalplaner oder Bauherrenvertreter sind somit immer auf dem aktuellen Stand – auch fernab der Baustelle.

Alle im System vorhandenen Informationen können als Basis für die Erstellung von Berichten exportiert werden und sind auch bei einer späteren Beweissicherung von Vorteil.
Die einfache Bearbeitung, die Kommunikation in Echtzeit und die Transparenz der Arbeitsschritte schaffen für alle Beteiligte deutliche Effizienzvorteile. Diese Effekte bilden gerade in Krisenzeiten wie wir sie jetzt erleben, einen wichtigen Faktor zur Sicherung des Unternehmenserfolges. Insofern können wir zumindest hoffen, dass die Krise auch positiven Einfluss auf unsere tägliche Arbeit nehmen wird.

Weitere Informationen unter www.planradar.com

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von PlanRadar GmbH
Erstveröffentlichung: The Property Post, März 2020

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