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Büromarkt Niederlande

Investmentchancen dank robuster Wirtschaft

Andreas Trumpp, MRICS, Head of Research and Strategy Europe, Savills Investment Management
Judith Fischer, Research Analyst, Savills Investment Management
Andreas Trumpp

In den letzten Jahren hat sich die niederländische Wirtschaft sehr positiv entwickelt. Das BIP wuchs um 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Verglichen mit dem Vorjahr 2017 (2,9 Prozent) ging die Wachstumsrate leicht zurück. Dieser leichte Rückgang wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren fortsetzen. Einer Oxford Economics Prognose zufolge schneiden die Niederlande im Vergleich mit anderen Ländern der Eurozone allerdings überdurchschnittlich ab. Für den Zeitraum 2019 bis 2022 wird eine Wachstumsrate von jeweils 1,5 Prozent prognostiziert. Ein deutliches Lohnwachstum und ein robuster Arbeitsmarkt stützen die Binnennachfrage.

Der niederländische Büromarkt hat von der wirtschaftlichen Erholung nach der globalen Finanzmarktkrise profitiert. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte zuletzt einen Spitzenwert von 8,9 Millionen, wohingegen die Arbeitslosenquote laut Trading Economics auf ein historisches Tief von 3,4 Prozent fiel. Oxford Economics erwartet, dass die Zahl der Bürobeschäftigten in den Niederlanden zwischen 2020 und 2023 um 1,6 Prozent pro Jahr steigen wird, was sich positiv auf die Nachfrage nach Büroflächen auswirken sollte. Die Zahl der Bürobeschäftigten in Amsterdam wird laut Property Market Analysis (PMA) im laufenden Jahr 2019 um 2,4 Prozent steigen und liegt somit voraussichtlich über dem Landesdurchschnitt. PMA geht von einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 1,4 Prozent zwischen 2020 und 2023 aus.
Amsterdam, Utrecht, Den Haag, Rotterdam, Eindhoven und andere Ballungsräume weisen Angebotsengpässe auf. Grund dafür ist die Umwandlung vieler Büros in Wohnungen und Studentenwohnräume in den Jahren 2010 bis 2015 und einer damit verbundenen Reduzierung des Bürobestands. Die Nachfrage nach Büros steigt seit 2015 wieder erheblich an. Diese Faktoren, zusammen mit dem geringen Anteil an im Bau befindlicher Objekte resultieren in einer niedrigen Leerstandsquote in den wichtigsten Büromärkten.

Seit einigen Jahren führen das knappe Angebot und der starke Flächenumsatz zu steigenden Büromieten in Amsterdam. Im Stadtzentrum (CBD) von Amsterdam wurden Spitzenmiete von mehr als 400 Euro pro Quadratmeter und Jahr erzielt und in Amsterdam-Zuidoost liegt der aktuelle Mietwert bei 235 Euro pro Quadratmeter. Das Vorkrisenniveau hat Amsterdam damit überschritten. In Amsterdam-Zuidoost fiel die Leerstandsrate auf unter 5 Prozent, was auf einen erheblichen Flächenumsatz zurückzuführen ist.

Durch den Ausbau des CBDs steigt die Wettbewerbsfähigkeit des Büromarktes in Utrecht zunehmend. Die Stadt ist laut Savills Research aufgrund der Nähe zu Amsterdam eine attraktive Standortalternative. Aktuell liegt die Spitzenmiete im CBD von Utrecht bei 285 Euro pro Quadratmeter und Jahr, Tendenz steigend.

Die jährliche Mietpreissteigerung in Amsterdam schätzt Savills Research mittelfristig auf 3 bis 5 Prozent. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre könnte die Spitzenmiete in den besten Lagen auf 450 Euro je Quadratmeter und Jahr ansteigen. In den letzten zwei Jahren sind die Netto-Mieterträge um 5 bis 10 Prozent gestiegen, wobei die Incentives für Mieter in den vergangenen Jahren abgenommen haben.

Aufgrund der niedrigen Leerstandsrate, dem Mangel an verfügbaren modernen Büroimmobilien sowie der geringen Nettoanfangsrendite für Neubauobjekte von nur 3,25 Prozent ist der Ankauf von Bestandsobjekten in zentralen und gut angebundenen Lagen, die durch eine Modernisierung und Aufwertung in hochwertige Büroflächen umgewandelt werden können, attraktiv.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Savills Investment Management
Erstveröffentlichung: The Property Post

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