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CO2 als Nachhaltigkeitstreiber

Steigerung der Energieeffizienz bei Immobilieninvestments

Stefan Stute, Leiter Standort Düsseldorf, Director, Wüest Partner Deutschand
Stefan Stute

Mit der EU-Taxonomie wird ab März 2021 ein einheitliches Klassifikationssystem für klimaverträgliches Wirtschaften und ökologisch nachhaltige Finanzanlagen eingeführt, welches Investoren als Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen dienen soll. Investments nach ökologischen, sozialen und organisationsspezifischen Gesichtspunkten, kurz ESG, sind damit nicht nur auf dem Papier wichtig, sondern zeitnah konkret. Investoren müssen sich auf neue Anforderungen vorbereiten. Insbesondere die ökologischen und sozialen Kriterien rücken hierbei in den Fokus.

Immobilien sind für etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Kaum verwunderlich, dass die Energiewende im Immobiliensektor als Schlüssel für das Erreichen der Pariser Klimaziele gilt. Investitionen in die energetische Gebäudesanierung sind eines der effektivsten Mittel, die Energieeffizienz zu steigern und damit den CO2-Fußabdruck zu verbessern.

Die Niederlande machen es vor
Seit 2013 besteht in den Niederlanden das Abkommen für Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Für den Verkauf und die Vermietung von Wohnimmobilien ist dort ein gültiges Energielabel erforderlich, das die Energieeffizienz des Objektes ausweist und zeigt, welche Energiesparmaßnahmen möglich sind. Ab 2023 muss jedes Bürogebäude mit mehr als 100 Quadratmetern Fläche über eine Mindestenergiekennzeichnung C verfügen (Energieindex von 1,3 oder besser). Wenn das Gebäude den Anforderungen nicht entspricht, darf das Objekt nicht mehr als Büro genutzt werden. Solche oder ähnliche Regelungen sind durchaus auch für Deutschland vorstellbar.

Wie lässt sich der CO2-Ausstoß feststellen?
Geringe CO2-Emissionen von Gebäuden sind damit die Basis klimaverträglichen Wirtschaftens und zukunftsfähiger Investments. Doch wie lässt sich der Ausstoß für Einzelobjekte und ganze Portfolios berechnen? Die RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) hat ein Messverfahren veröffentlicht, mit dem die CO2-Bilanz einer Immobilie über den gesamten Lebenszyklus hinweg ermittelt werden kann. Allerdings steht die Branche in puncto effizienter Berechnungsmodelle noch am Anfang. Ein Grund dafür ist beispielsweise die vielschichtige Datenlage in der Bewirtschaftungsphase, für die aktuell nicht alle Abrechnungseinheiten und Verbrauchsinformationen zur Verfügung stehen. Daher kann der CO2-Ausstoß nur approximativ ermittelt werden.

Mit der entsprechenden Erfahrung in der Bewertung von Immobilien und notwendigen langjährigen Kenntnislage der ökologischen Aspekte lässt sich allerdings ein realistischer CO2-Wert von Einzelobjekten und Portfolios berechnen. Auf dieser Basis ist es unter anderem mit dem Tool „Wüest Climate“ möglich, kohlendioxidreduzierende Maßnahmen in Szenarien auf ihre Effizienz hin zu prüfen. Der CO2-Wert stellt damit künftig einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Investments dar.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Wüest Partner Deutschland
Erstveröffentlichung: Portfolio Institutionell, Juni 2020; aktualisiert für The Property Post Juli 2020

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