Chancen für institutionelle Investoren vor allem durch Windenergieanlagen und Batteriespeicher
Wie der deutsche Energiemarkt durchläuft auch sein niederländisches Pendant einen grundlegenden Wandel: Fossile Energieträger sollen mehr und mehr durch Erneuerbare Energien ersetzt werden. Während Photovoltaikanlagen für Investoren aktuell Herausforderungen mit sich bringen, bieten Windenergieanlagen und Batteriespeicher vielversprechende Chancen.
Der niederländische Energiemarkt befindet sich derzeit in einem grundlegenden Wandel: weg von fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energien. Diese Entwicklung eröffnet institutionellen Investoren die Möglichkeit, attraktive Renditen zu erzielen und zugleich aktiv zur Beschleunigung der Energiewende beizutragen.
In den Niederlanden werden fossile Energiequellen zunehmend durch erneuerbare Alternativen ersetzt. Dieser Wandel vollzieht sich parallel zu einem deutlichen Anstieg der Stromnachfrage. Bis 2050 dürfte diese im Vergleich zu heute um den Faktor 2,5 bis 3,5 steigen, vor allem infolge der Elektrifizierung von Mobilität, Wärmeversorgung und industriellen Prozessen. Auch künstliche Intelligenz und Rechenzentren tragen zur wachsenden Energienachfrage bei.
Diese dynamische Entwicklung setzt das bestehende Stromnetz unter erheblichen Druck und führt immer häufiger zu Netzengpässen. Da der Ausbau der Netzinfrastruktur mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, können Batteriespeicher kurzfristig dazu beitragen, Angebot und Nachfrage besser auszugleichen.
Der gesamte Investitionsbedarf für die Energiewende bis 2050 wird auf mehr als 350 Milliarden Euro geschätzt. Für institutionelle Investoren bedeutet dies nicht nur die Chance, einen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende zu leisten, sondern auch, von attraktiven Renditen bei Investitionen in Solar- und Windenergie sowie Batteriespeicher zu profitieren.
Innerhalb dieser Anlageklasse erneuerbarer Energien unterscheiden sich die einzelnen Teilsegmente deutlich: Während der Solarmarkt vor Herausforderungen steht, bietet Windenergie Stabilität. Gleichzeitig entstehen mit der Entwicklung des Batteriemarktes neue Chancen.
Die Niederlande verfügen über die höchste Zahl an Solarmodulen pro Einwohner in Europa. Die Technologie hat sich als zuverlässig erwiesen, und die jährlichen Solarerträge sind gut prognostizierbar. Über viele Jahre hinweg sorgte dies für stabile Investitionsmöglichkeiten und ein starkes Wachstum der Solarenergie in den Niederlanden.
Dieses rasche Wachstum bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich. Die Stromerzeugung aus Solaranlagen ist zeitlich begrenzt: Sie konzentriert sich vor allem auf die Nachmittagsstunden sowie auf die Frühlings- und Sommermonate. Dadurch fallen Produktionsspitzen häufig in Zeiten geringer Nachfrage. Wird diese Energie ins Netz eingespeist, können negative Strompreise entstehen. Diese Zeiträume werden als Stunden mit negativen Preisen bezeichnet.
Im Jahr 2022 gab es 83 Stunden mit negativen Strompreisen. Bis Ende Oktober 2025 stieg diese Zahl auf 546 Stunden. Eine Analyse von a.s.r. real assets zeigt, dass Solarparks im Jahr 2025 mehr als 28 Prozent ihrer gesamten Stromproduktion während Stunden mit negativen Preisen erzeugten. Dieser Anteil dürfte bis 2030 weiter steigen, da die Zahl der Solar- und Windparks zunimmt. Das wird sich auf die Erträge aus der Stromerzeugung auswirken.
Das staatliche niederländische SDE-Förderprogramm (Förderung für erneuerbare Energien und Klimaschutz) bietet Schutz vor negativen Preisen. Wird einem Wind- oder Solarpark eine SDE-Förderung gewährt, stellt der Staat sicher, dass der Betreiber einen Mindestpreis pro Megawattstunde erhält. Liegt der Strompreis unter dem vereinbarten Niveau, gleicht die Förderung die Differenz pro Megawattstunde aus.
Eine Ausnahme gilt jedoch bei negativen Strompreisen. Wurde die Förderung vor 2016 bewilligt, ist die gesamte Produktion abgesichert. Für Förderzusagen aus den Jahren 2016 bis einschließlich 2022 wird keine Förderung für jene Strommengen gezahlt, die während Zeiträumen von mehr als sechs aufeinanderfolgenden Stunden mit negativen Preisen erzeugt werden. Für Förderzusagen ab 2023 entfällt die Förderung bereits nach einer Stunde negativer Preise. Damit wirken sich negative Preise bei neueren Projekten stärker auf die Rendite aus.
Solarenergie ist als Investment besonders wertvoll, wenn sie in Hybridprojekten mit Windenergie oder Batteriespeichern kombiniert wird. Die Erzeugungsprofile von Solar- und Windenergie ergänzen sich gegenseitig. Dadurch kann die Netzinfrastruktur eines hybriden Energieparks effizienter genutzt werden.
Auch die Kombination von Solarstromerzeugung mit Batteriespeichern ist sinnvoll, da Energie gespeichert werden kann, wenn die Preise negativ sind. Auf diese Weise kann Solarenergie ihre Rolle in einem nachhaltigen Energiemix behalten. Angesichts der Herausforderungen im niederländischen Solarmarkt liegen die vielversprechendsten Chancen für Investoren derzeit vor allem in Windenergie und Batteriespeichern.
Der größte Anteil erneuerbarer Energie in den Niederlanden stammt aus Windkraft. Negative Strompreise wirken sich auf Windenergie vergleichsweise gering aus, da das Erzeugungsprofil von Windparks gleichmäßiger verteilt ist: Strom wird über Tag und Nacht sowie über die Jahreszeiten hinweg erzeugt. Dadurch ist Windenergie eine stabile Quelle im Energiemix und begrenzt die Auswirkungen von Preisschwankungen.
Die niederländische Regierung plant, Windparks eine noch größere Rolle in der Energiewende zuzuweisen. Die politischen Ziele sehen vor, dass bis 2060 rund 75 Prozent des niederländischen Energiemixes aus Windkraft bestehen sollen, erzeugt sowohl durch Onshore-Windparks als auch durch großflächige Offshore-Projekte. Diese ambitionierten Pläne eröffnen erhebliche Investitionsmöglichkeiten, sowohl heute als auch langfristig.
Das schnelle Wachstum von Wind- und Solarenergie schafft Chancen für Batteriespeicher, Angebot und Nachfrage effizienter auszugleichen.
Für Investoren bietet Energiespeicherung eine interessante Anlagemöglichkeit im am schnellsten wachsenden Segment der Energiewende. Rabo Research erwartet ein starkes Wachstum: von derzeit 0,35 Gigawatt auf 5 Gigawatt im Jahr 2030.
Investitionen in Batteriespeicher sind aktuell durch ein Erlösmodell geprägt, das stark von Marktpreisen abhängt. Ungleichgewichte im Stromnetz und die steigende Zahl negativer Preisstunden eröffnen Chancen auf attraktive Renditen. Gleichzeitig können diese kommerziellen Erlösquellen jedoch zu einem vergleichsweise volatilen Einnahmeprofil führen.
Nach und nach entstehen Vertragsmodelle mit festen oder teilweise festen Preisen, die preisbezogene Risiken reduzieren. Beispiele hierfür sind Tolling-Vereinbarungen und Floor-Price-Modelle. Bei einer Tolling-Vereinbarung zahlt ein Dritter einen festen Preis für die Nutzung des Batteriespeichers. Floor-Price-Vereinbarungen sichern eine garantierte Mindestrendite, während zusätzliche Erträge aus günstigen Marktbedingungen geteilt werden.
Es ist davon auszugehen, dass Investoren insbesondere vor 2030 von hohen Marktpreisen für Batteriespeicher profitieren können, die durch Netzungleichgewichte und negative Preisstunden bei Solar- und Windenergie entstehen. Ab 2030 dürfte sich das Erlösmodell für Batteriespeicher zunehmend in Richtung fester Preisvereinbarungen verschieben. Dies würde für mehr Stabilität sorgen und Risiken reduzieren.
Die niederländische Energiewende bietet Investoren die Möglichkeit, Wirkung zu erzielen und zugleich attraktive Renditen zu erwirtschaften. Windenergie bildet eine stabile Säule in einem reifen Markt. Solarenergie erfordert eine selektive Herangehensweise und ist vor allem in Kombination mit Speicherlösungen attraktiv. Batteriespeicher entwickeln sich zu einem schnell wachsenden Segment, in dem neue Vertragsmodelle zunehmend Stabilität schaffen.
Der sich rasch wandelnde Energiemarkt erfordert eine aktive Beobachtung von Trends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Fortschritten. Eine disziplinierte und selektive Investmentstrategie bleibt daher entscheidend.
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Erstveröffentlichung: https://asrrealassets.com