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Hat da jemand Rezession gesagt?

Berlins Wirtschaft trotzt dem nationalen Trend und befeuert Büromarkt

Rainer Schorr, Gründer, Inhaber und Geschäftsführer, PRS Family Trust GmbH
Rainer Schorr

Laut Zahlen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder“ hat sich das Bruttoinlandsprodukt in Berlin im ersten Halbjahr 2019 preisbereinigt um 1,9 Prozent erhöht. Damit entkoppelt sich die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt zunehmend vom eher mäßigen Bundestrend, der bei 0,4 Prozent Wirtschaftswachstum liegt. Bereits in den vergangenen fünf Jahren entwickelte sich die Berliner Wirtschaft dynamischer als der bundesdeutsche Durchschnitt.

Boomender Dienstleistungssektor
Ein Grund für die Robustheit der Berliner Konjunktur ist die geringere Abhängigkeit vom Export, der angesichts des Brexit und internationaler Handelskonflikte leidet. Insbesondere die Bereiche Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistung sowie das Gastgewerbe verzeichnen Wachstumsraten, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Damit hat sich der Berliner Dienstleistungssektor und mit ihm die boomende, technologiebasierte Start-up-Szene zum Zugpferd des Aufschwungs entwickelt. Erst diese Woche wurde eine Büroanmietung von 30.000 Quadratmeter durch SAP in der Europacity vermeldet – zugegebenermaßen kein Start-up sondern der viertgrößte Softwarehersteller weltweit.

Bautätigkeit im Bürosektor zieht an – Mieten steigen trotzdem rasant an
Dass SAP überhaupt Büroflächen gefunden hat, verdankt der Konzern der leicht höheren Verfügbarkeit aufgrund steigender Neubauaktivitäten im Bürosegment. „Denn die Angebotsseite stellt nach wie vor das Nadelöhr dar und die geringe Flächenverfügbarkeit im Bestand sowie der geringe Leerstand lassen Unternehmen mit größerem Flächenbedarf kaum eine andere Wahl als den Weg in den Neubau“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Der hohe Nachfragedruck hat die Bautätigkeit bereits deutlich angeregt, lässt aber weiterhin auch die Mieten kräftig steigen. Laut BNP Paribas Real Estate erhöhte sich die Durchschnittsmiete vom ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr um 21 Prozent auf 24,40 Euro je Quadratmeter. Die Spitzenmiete erhöhte sich um neun Prozent auf 37,00 Euro je Quadratmeter.

Chancen am Stadtrand
„Ähnlich wie auf dem Wohnungsmarkt führen die geringe Flächenverfügbarkeit und die steigenden Mieten zu Ausweichbewegungen an den Stadtrand“, sagt Rainer Schorr. „So verlagerte beispielsweise die Allianz Mitte des Jahres ihre Berliner Niederlassung mit 2.500 Mitarbeitern von Friedrichshain in einen Neubau nach Adlershof an den Stadtrand.“ Ein anderes Beispiel ist der Gewerbepark Dreilinden, südwestlich von Berlin an der Grenze zu Brandenburg gelegen und Standort von Unternehmen wie PayPal, eBay und mobile.de. „Dezentrale Gewerbestandorte werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Viele Berliner verlegen ihren Wohnsitz bereits ins Umland und nicht alle wollen den langen Weg zur Arbeit ins Stadtzentrum auf sich nehmen. Sie suchen nach Alternativen am Stadtrand und im Umland. In Zeiten des Fachkräftemangels kann das einen enormen Standortvorteil darstellen“, so Schorr.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von PRS Family Trust
Erstveröffentlichung: Blog Deutsche Landentwicklung, September 2019

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