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Boom für Serviced Apartments

Die Schweiz ist prädestiniert für die Serviced Apartment Branche

Alain Gozzer, Group Head of Marketing & Communications, Vision Management Services GmbH
Alain Gozzer

Die Serviced Apartment Branche boomt nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Nachbarländern Schweiz und Österreich. Ein Anbieter, der in allen drei Ländern tätig ist, sind die VISIONAPARTMENTS. Heuer Dialog hat mit Alain Gozzer, Group Head of Marketing & Communications gesprochen, um herauszufinden, wie der Markt in der Schweiz tickt.

Wie wird das Segment in der Schweiz bewertet?

Grundsätzlich sehr positiv. Das Segment ist gut etabliert. Grund dafür sind die so oder so hohen Lebenskosten in der Schweiz und die Schwierigkeit, in Kürze eine schöne Wohnung an guter Lage zu finden. Die Schweiz ist und bleibt aufgrund der zahlreichen internationalen Firmensitze wie prädestiniert für die Serviced Apartment Branche.

Wer sind die Player?

Player gibt es immer mehr, gute und weniger gute, jedoch wenige, die über mehrere Standorte tätig sind. Ein interessanter Player ist NEST, mit denen wir dank unserem Partnernetzwerk gut zusammen arbeiten. Sie decken Destinationen ab, in denen wir zum Teil noch nicht präsent sind. Das ist ferner etwas weiteres, was die Serviced Apartment Branche auszeichnet: Es gibt kein Gegeneinander, sondern es funktioniert immer wieder miteinander. Auch internationale Player kommen mehr und mehr in die Schweiz. Dazu gehören Frasers sowie Adagio, beide in Genf. Last but not least, gibt es auch immer mehr Mischformen. Auch die Hotellerie schläft nicht und rüstet um, um für Langzeitaufenthalte attraktiver zu werden.

Wie groß ist die Nachfrage?

Kontinuierlich hoch. Die Schweiz eignet sich nach wie vor bestens als Firmenhauptsitz. Auch der Brexit wird der Schweiz in die Karten spielen. Die kleine Flaute nach der Abstimmung zur Zuwanderungsinitiative wurde bereits wieder aufgefangen.

Deckt das aktuelle Angebot die Nachfrage?

Nein, es gibt noch Potenzial nach oben.

Welche Produkte ziehen ganz besonders?

Da es mehrheitlich Individualreisende sind, werden mehrheitlich kleine Einheiten (Studios, One-Bedrooms angefragt), welche auch das Budget der Firmen schonen. Grössere Wohnungen werden weniger nachgefragt – wenn, dann steigen sofort auch die Ansprüche in den luxuriösen Bereich.

Welche Städte sind in der Schweiz für Serviced Apartments besonders attraktiv?

Diejenigen, die internationale Firmen anziehen. Neben Zürich, Basel, Genf und der gesamten Genferseeregion sind das auch immer mehr kleinere Städte, sogenannte B-Destinationen wie Zug, St. Gallen oder Neuenburg.

Wo sehen Sie Potential?

Das Potenzial ist wie gesagt noch nicht ausgeschöpft. Für das Segment bieten sich nach wie vor Chancen. Potenzial steckt auch noch in der Optimierung des Gesamtproduktes. Internationale Geschäftsreisende, die Serviced Apartments aus anderen Regionen, z. B. New York, gewohnt sind, hegen höhere Service-Ansprüche als diejenigen, die in Europa Usus sind.

Wo würden Sie gern selbst ein weiteres Haus betreiben?

Wir sind in Zürich über die ganze Stadt verteilt bereits mit 13 Liegenschaften präsent, dazu kommen Häuser in Lausanne. In der Pipeline befinden sich Genf, Vevey, ein weiteres Haus in Lausanne, sowie Basel. Wir halten im Moment auch Ausschau nach möglichen Projekten in der Flughafenregion von Zürich, Zug und weiteren B-Destinationen.

Welche Services werden von den Gästen tatsächlich gebucht?

Unser Basisangebot mit komplett möblierten Wohnungen, Internet, TV und wöchentlicher Reinigung reicht im Normalfall aus. Zusatzleistungen werden nur sporadisch gebucht. Beliebt ist u. a. der Wäscheservice.

Woher kommt das Geschäft?

Aus allen möglichen Ländern und Branchen. Das lässt sich nicht eingrenzen und ändert sich auch immer wieder. Aktuell stellen wir eine verstärkte Nachfrage aus US und dem asiatischen Raum fest. Europa inklusive Grossbritannien sind Dauerläufer.

Wer ist die Zielgruppe?

Wohl wie in Deutschland und Österreich auch, mehrheitlich internationale Geschäftsleute, jedoch auch immer mehr Private, die ein temporäres Dach über dem Kopf brauchen. Es sind die typischen Business-Nomaden, die auch in der Schweiz anklopfen.

Wie sehen durchschnittliche Aufenthaltsdauern in der Schweiz aus?

Aus unserer Erfahrung etwas länger als in Deutschland. In Zürich beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nach wie vor bis zu 3 Monate.

Wie hoch ist die ADR?

Bezogen auf VISIONAPARTEMNTS schweizweit bei rund CHF 125.

Wie hoch ist die Auslastung?

Bei VISIONAPARTMENTS schweizweit knapp über 95 % (2015: 95 %, 2014: 94 %).

Welche Serviced Apartment-Projekte sind für die Schweiz bereits in der Pipeline?

In unserem Fall Genf, Vevey, Lausanne St. Sulpice sowie Basel.

Welche Begrifflichkeiten werden in der Schweiz für das Segment verwendet? Ähnlich wie in Deutschland oder mehr wie in den USA?

Das Segment hat wie in vielen anderen Ländern Europas noch kein wirkliches Profil. So spricht man je länger je mehr auch von Serviced Apartments. Geläufig ist bei uns allerdings auch der Begriff „Möblierte Mietwohnungen“. Nicht vergessen darf man, dass wir in der Schweiz dreisprachig unterwegs sind. Das hilft bei der Findung eines Einheitsbegriffs nicht wirklich weiter.

Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad für Serviced Apartments in der Schweiz?

Schwer zu sagen da keine verlässlichen Zahlen vorliegen, jedoch sicherlich mit steigendem Bekanntheitsgrad. Wir von Seiten VISIONAPARTMENTS unternehmen mit aktiven Marketing- und Kommunikationsmassnahmen, insbesondere Öffentlichkeitsarbeit, sehr viel, um das Segment bekannter zu machen. Klar ist, dass wir hier dran bleiben müssen und das Segment weiter gut vermarkten müssen. Neben guten Marketing- und Kommunikationsaktivitäten gilt es das Produkt als solches ständig zu verfeinern und immer wieder neue Meilensteine zu setzen, wenn es um die Eröffnung neuer Häuser geht. Wir von Seiten VISIONAPARTMENTS werden hier am Ball bleiben und freuen uns auch über neue Player, die den Schweizer Markt bald bereichern werden, wie zum Beispiel iPartments.

Die Firmengründerin und Geschäftsführerin von VISIONAPARTMENTS, Anja Graf, hat sich übrigens auch bereits für den Jahreskongress Temporäres Wohnen in Köln angemeldet. Der Veranstalter freut sich, sie am Donnerstag, 25. April 2017, 11.30 h zum Panel „Wie nachhaltig ist Temporäres Wohnen als Zukunftsmodell?“ zu begrüssen.

 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Vision Management Services GmbH
Erstveröffentlichung: Unternehmensblog blog.visionapartments.com, 2016

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