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Briten feiern wieder wie 2007

Interview zur MIPIM 2017 mit Hans Hünnscheid, Geschäftsführer der Famos Immobilien GmbH

Hans Hünnscheid, Geschäftsführer, Famos Immobilien GmbH
Hans Hünnscheid

Die Stimmung auf der MIPIM 2017 war insgesamt sehr gut, beobachtete Hans Hünnscheid, Geschäftsführer des Multi-Family-Offices für Immobilienvermögen Famos Immobilien. Allerdings steigt auch die Besorgnis angesichts der Frage, wann und wie stark die unvermeidliche Marktkorrektur eintreten wird. Zur Beantwortung werden auch nicht ganz wissenschaftliche Indikatoren herangezogen.

Herr Hünnscheid, wie war die Stimmung auf der MIPIM 2017?

Die Stimmung bei den Teilnehmern war wie das Wetter – sehr gut. Der Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt hält an. Insofern haben sich viele Entwicklungen, die schon in den vergangenen Jahren sichtbar waren, fortgesetzt – etwa der Nachfrageüberhang und der damit verbundene Preisanstieg. Allerdings spürt man nach fast neun Jahren steigender Preise schon eine gewisse Besorgnis angesichts der Frage, wann und wie stark eine Marktkorrektur kommen wird. Ein nicht ganz wissenschaftlicher Indikator ist für mich das Feierverhalten der Briten auf der MIPIM. Und da beobachte ich: Die Briten feiern wieder wie 2007.

Famos Immobilien ist ein deutsches Multi-Family-Office für Immobilienvermögen. Was machen Sie auf der Messe in Cannes?

Mittlerweile sind so viele deutsche Teilnehmer auf der MIPIM vertreten, dass wir hier Geschäftspartner aus allen Bereichen der Branche treffen. Wir verhandeln hier über laufende Transaktionen, aber wir treffen auch potenzielle Kunden, für die wir Dienstleistungen wie beispielsweise das technische Property Management übernehmen. Insgesamt steigt der Bedarf an Asset- und Property-Management-Leistungen stark an.

Welche Beobachtungen haben Sie beim Thema Finanzierung machen können?

Großteils wurden die richtigen Lehren aus der letzten Krise gezogen. Meines Erachtens finanzieren die Banken insgesamt immer noch sehr solide und weichen ihre Kriterien nicht auf. Sehr „sportliche“ Finanzierungen, wie es sie vor der letzten Krise gab, sehe ich nicht mehr. Eine andere Entwicklung ist, dass sich der Markt für Mezzanine-Finanzierungen stark entwickelt. Auch einige Banken sind in diesem Bereich unterwegs.

Sie sprachen vorher das Thema Besorgnis über eine Marktkorrektur an. Woran machen Sie das fest?

Einerseits ist es einfach eine Frage der Erfahrung. Jeder, der länger in der Immobilienbranche tätig ist, weiß, dass irgendwann die Marktkorrektur kommt. Andererseits gibt es auch konkrete Punkte. Wenn beispielsweise bei neuen Wohnimmobilien, die ohnehin schon sehr teuer sind und ein hohes Mietniveau haben, noch große Wertsteigerungen prognostiziert werden, dann ist das meines Erachtens nicht mehr nachhaltig.

Welche Pläne hat Famos bis Ende des Jahres?

Wir wollen die auf der MIPIM angebahnten Geschäfte zum Abschluss bringen. Daneben planen wir, einige Transaktionen zu realisieren. Wir sind dabei sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite unterwegs.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Famos Immobilien GmbH
Erstveröffentlichung: The Property Post, März 2017

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