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Die neue Normalität

Stimmen von der Mipim 2019

Manuel Köppel, CFO, BF.direkt AG
Manuel Köppel

Manuel Köppel, Vorstand der BF.direkt AG, spricht im Interview über seine Wahrnehmung der 30. MIPIM und erklärt, warum das Zinsthema nicht mehr so dominant ist und wie die neue Normalität der Immobilienbranche aussieht.

Herr Köppel, wie ist die Stimmung auf der 30. MIPIM?
Ich würde sie nicht uneingeschränkt als sehr gut, aber mindestens als gut bezeichnen. Die hohen Preise und die Objektknappheit sind ein dominierendes Thema. Aber: Die Branchenvertreter haben sich mit dieser Situation eingerichtet und nehmen sie in gewisser Weise als neue Normalität an. Trotz hoher Preise gibt es weiterhin Chancen und es werden weiterhin Geschäfte gemacht.

Was war der wesentliche Unterschied zur MIPIM 2018?
Das Thema Zinsen bzw. Zinsänderungsrisiko stand 2018 sehr im Fokus der Diskussionen. Dieses Mal war es jedoch nicht mehr so im Vordergrund. Meines Erachtens ist die Niedrigzinssituation für viele Marktteilnehmer ebenfalls Teil der neuen Normalität geworden. Ansonsten war die Messe noch voller als in den Vorjahren. Dies wurde beispielsweise bei den Schlangen an den Sicherheitskontrollen sichtbar. Hier war der Andrang in den Stoßzeiten sehr groß und man musste teils lange warten.

Wen haben Sie getroffen?
Kurz gesagt haben wir Finanzierungsgeber und Finanzierungssuchende getroffen. Hinzu kamen andere Geschäftspartner wie etwa Anwälte und andere Berater. Der Vorteil der MIPIM ist, dass alle Entscheidungsträger vor Ort sind. Man kann alle Beteiligten an einer Transaktion an einem Tisch versammeln. Wichtig ist außerdem, dass die Entscheidungsträger der Unternehmen vor Ort sind. So können in Cannes wirkliche Weichenstellungen erfolgen.

Was hat die BF.direkt 2019 noch vor?
Wir wollen unsere Produktpalette gemäß unserem „One Stop-Ansatz“ weiter ausbauen und denken darüber nach, auch neue Bausteine in unser Angebot aufzunehmen. Unterm Strich wollen wir alle Aspekte einer Immobilienfinanzierung abdecken – von der Bankfinanzierung bis hin zu allen alternativen Finanzierungsinstrumenten. Dabei suchen wir auch kreative, neue Ansätze und beschäftigen uns beispielsweise auch mit Ansätzen, die an der Schnittstelle zwischen der klassischen Immobilien- und Unternehmensfinanzierung angesiedelt sind – beispielsweise mit der Finanzierung von Unternehmensimmobilien.

Der Ausbau des alternativen Finanzierungsgeschäfts stand bei uns im letzten Geschäftsjahr stark im Fokus. 2019 wollen wir diesen positiven Trend fortsetzen, uns aber in gleichem Maße auch unserem angestammten Geschäft – also der Finanzierung von Bestandsimmobilien und Projektentwicklungen durch Banken – zuwenden. Wir sehen Anzeichen, dass dieser Bereich wieder an Fahrt aufnimmt.

Schließlich wollen wir auch unsere geografische Marktabdeckung ausbauen. Forcieren wollen wir unsere Präsenz in Frankfurt, wo wir bereits eine Niederlassung haben. Wenn sich Gelegenheiten ergeben, beschäftigen wir uns gerne auch mit weiteren Standorten wie beispielsweise München. Da unsere Tätigkeit aber schon heute auf den gesamten deutschen Markt ausgerichtet ist, haben wir bei der Expansion keinen Handlungsdruck, sondern können uns in Ruhe nach geeigneten Opportunitäten umsehen.   

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von BF.direkt AG
Erstveröffentlichung: The Property Post, März 2019

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