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25.09.2019

Tag des Handwerks

Haben wir mit der aktuellen Bildungspolitik einen Zielkonflikt?

Nils-Peter Petersen, Geschäftsführer, ALBA Facility Solutions
Nils-Peter Petersen

Aktuell ist die deutsche Bildungspolitik darauf ausgelegt, die Abiturienten- und Akademikerquote auf ein europäisches Niveau zu bringen. 29 Prozent der 25- bis 64-jährigen haben hierzulande einen akademischen Abschluss. Im europäischen Durchschnitt sind es jedoch 35 Prozent. Für die politisch Verantwortlichen bedeutet dies einen enormen Aufholbedarf – aus dem allerdings ein Nachwuchsproblem für das Handwerk resultiert. Denn mit dem Abitur in der Tasche lassen sich immer weniger Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk begeistern.

Vielleicht erinnern Sie sich an Marvin und Charly und an eine Imagekampagne des Zentralverbands des Deutschen Handwerks aus dem Jahr 2017. Fünf Monate zogen die beiden Abiturienten 5.600 Kilometer quer durch Deutschland, um als „Rekordpraktikanten“ knapp vier Dutzend Handwerksberufe zu testen. Ihr Auftrag: Über die sozialen Medien Gleichaltrige für einen Beruf im Handwerk zu begeistern. Ein Ergebnis: Ein Dreivierteljahr später beginnen beide ein Studium. Charly wählte Internationales Management, Marvin Fahrzeugbau.

Charly und Marvin hinterlassen zwei von vielen Lücken: Laut Bundesagentur für Arbeit fehlen derzeit im Handwerk 150.000 Fachkräfte. Aber der eigentliche Mangel ist noch viel größer. Denn viele Betriebe melden offene Stellen schon gar nicht mehr und ohne die tatsächlich fehlenden 200.000 bis 250.000 Handwerker lassen sich weder die in Deutschland benötigten 400.000 Wohnungen pro Jahr bauen, noch bestehende Häuser Instand halten.

Der diesjährige Tag des Handwerks ist ein guter Anlass, um auf die gesamtgesellschaftlichen Folgen des Fachkräftemangels in wichtigen Berufen vom Gebäudereiniger bis zum Klempner hinzuweisen. Darüber bietet er auch Gelegenheit, um jene Berufseinsteiger anzusprechen, die eventuell doch lieber mit den Händen etwas schaffen oder reparieren, als sich in unübersichtlichen Studiengängen und abstrakten Theoriegebäuden zu verlieren.

Der Deutsche Handwerkskammertag gibt hierzu eine Reihe von Orientierungshilfen, wie beispielsweise den online verfügbaren „Berufechecker“. Erfahren Sie in fünf Schritten, welchen Beruf Sie hätten ergreifen sollen. Und eventuell schauen Sie auf unseren Karriereseiten, welche Zukunftsaussichten Ihnen die ALBA Facility Solutions bietet.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von ALBA Facility Solutions
Erstveröffentlichung: LinkedIn, September 2019

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