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Deutsche Büroimmobilien

Auch 2020 Investor´s Darling

Dr. André Schlüter, Senior Kommunikationsberater, RUECKERCONSULT GmbH
Dr. André Schlüter

Der Büroimmobilien-Boom in Deutschland setzt sich trotz mancher weltpolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten fort. Die Nachfrage nach Büroimmobilien und -flächen wird aufgrund des begrenzten Angebots hoch bleiben. Die leicht anziehende Bautätigkeit und nachlassende Konjunktur werden allerdings zu einer abflachende Mietpreisdynamik in Deutschland führen. Die Renditen bewegen sich in den deutschen Top-7 weiterhin seitwärts. In Europa zählen Budapest und Warschau mit hoher Nachfrage und hohen Fertigstellungsvolumen zu den dynamischsten Büroimmobilienmärkten. Zu diesen Einschätzungen kamen die Teilnehmer der Pressekonferenz „Büroimmobilienmarkt 2020 – Akteure und Ausblick“ Andreas Quint von CA Immo, Marcus Cieleback der PATRIZIA AG und Hans-Joachim Lehmann von der Warburg-HIH Invest Real Estate am 20.02.2020.

Video: Auszug aus der Online-Pressekonferenz „Deutsche Büroimmobilien bleiben auch 2020 Investor´s Darling “ vom 20.02.2020. Themen: Investoreninteresse und Kapitalströme in Deutschland und Europa // Internationale Investoren, Vermietungsmärkte, Perspektiven // Megatrends in der Büroentwicklung

Andreas Quint, Vorstandsvorsitzender der CA Immo AG, erläutert: „Aus unserer Sicht werden mindestens vier Trends Büroimmobilien in Zukunft prägen: Urbanisierung, Konnektivität, Neo-Ökologie und New Work bzw. Gesundheit. All diese Trends haben schon heute Einfluss auf die Entwicklung und den Betrieb von Büroimmobilien. Als zweitgrößter Büroentwickler Deutschlands achten wir deshalb bei neuen Projekten vor allem auf zukunftsfähige Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitskonzepte, flexible Raumstrukturen bzw. besonderen Nutzerkomfort. Allein in den kommenden 10 Jahren können wir auf Basis unserer aktuellen Landreserve in Deutschland rd. 700.000 Quadratmeter Nutzfläche realisieren, vor allem in Top-Lagen in Berlin, München und Frankfurt.“

Marcus Cieleback, Chief Economist der PATRIZIA AG, kommentiert: „Generell werden die meisten institutionellen Investoren in den nächsten Monaten vorsichtig bleiben, der Anteil an Core-Anlagen bleibt stabil hoch. Wir gehen davon aus, dass Deutschland wie in den vergangenen Jahren auch weiterhin einen dominanten Anteil am europäischen Transaktionsvolumen ausmachen wird. Dabei bleiben Büroimmobilien in Deutschland mit Abstand am beliebtesten, und zwar vor allen in den deutschen Top-7. In Deutschland entfielen 2019 auf Berlin und München fast die Hälfte aller Top-7-Investments – dieser Trend wird sich fortsetzen.“

Hans-Joachim Lehmann, Geschäftsführer der Warburg-HIH Invest Real Estate, fügt hinzu: „Asiatische Investoren, insbesondere Core-Investoren aus Japan, sind in Europa weiter auf dem Vormarsch. Wir erwarten aber eine Verschiebung von UK in Richtung Kontinent aufgrund des Brexits. Für das Jahr 2020 rechnen wir weiterhin mit sinkenden Renditen, wenngleich mit abnehmender Dynamik. In den europäischen Metropolen können bei hochwertigen Assets nach unserer Einschätzung Spitzenrenditen von rund 3 Prozent erzielt werden. Dennoch bleibt die Renditedifferenz zu 10-jährigen Staatsanleihen auf absehbare Zeit in einem annehmbaren Bereich.“
„Bemerkenswert ist, dass große Mieter vermehrt Bürostandorte in peripheren Lagen der Top-7-Städte für die Ansiedlung ihrer Unternehmen präferieren. Das ist insofern nicht verwunderlich, da große Unternehmen eine höhere Preissensibilität bei der Anmietung notwendiger Flächen haben und somit bereit sind, auch Standorte mit schwächerer infrastruktureller Anbindung zu akzeptieren."

 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von CA immo AG, PATRIZIA AG, Warburg HIH Invest, RUECKERCONSULT GmbH
Erstveröffentlichung: RUECKERCONSULT, Februar 2020

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