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Gewerbliches Wohnen

Neue Konzepte erobern den Markt

Benjamin Barkow, Senior Kommunikationsberater, RUECKERCONSULT GmbH
Benjamin Barkow

Der gewerbliche Wohnungsmarkt in Deutschland boomt und wird sich in den nächsten Jahren weiter sehr positiv entwickeln. Der Grund für das Wachstum sind immer mehr Konzepte, Produkte, Anbieter, Investoren und Zielgruppen, die für eine große Dynamik und anhaltende Differenzierung des gewerblichen Wohnungsmarktes sorgen. Der Markt boomt aus vielen Gründen: eine höhere Nachfrage nach temporären Wohnprodukten, regulatorische Vorteile gegenüber Wohnen, ein Mangel an zeitgemäßen Beherbergungsangeboten, ein generell verändertes Reise- und Arbeitsverhalten wie auch der große Wunsch nach Urbanität, Lokalität und Authentizität.

Nachgefragt sind spezifische Unterbringungs- und Servicekonzepte für eine bestimmte Zeit für spezifische Nutzergruppen. 2018 betrug der Anteil von Serviced Apartments am deutschen Hotelmarkt rund drei Prozent. Bis 2030 wird der Anteil auf rund zehn Prozent ansteigen. Laut Prognose von CBRE im dritten Quartal 2019 wird das Transaktionsvolumen für Micro-Living auf rund eine Milliarde Euro für das Gesamtjahr 2019 geschätzt. Auch Investoren haben aufgrund der Professionalisierung des Marktes, immer mehr investierbaren Anlageprodukten und vergleichsweise überschaubarer Tickets zunehmend Interesse an dieser Anlagenische zwischen klassischen Hotel- und Wohninvestments.

Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der Pressekonferenz „Gewerbliches Wohnen – Neuer Hype oder nachhaltiges Investment?“ mit Karsten Jungk von Wüest Partner Deutschland, Hannibal DuMont-Schütte von STAYERY, Niels Berl von The Collective sowie Alexander Lackner von CR Investment Management vom 31. Januar 2020.

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von links nach rechts: Niels Berl, Director bei The Collective Deutschland; Hannibal DuMont-Schütte, Geschäftsführer bei STAYERY; Karsten Jungk, Geschäftsführer und Partner bei Wüest Partner Deutschland; Alexander Lackner, Geschäftsführer bei CR Investment Management

Alexander Lackner, Geschäftsführer der CR Investment Management, kommentiert: „Serviced Apartments, als ein wesentliches gewerbliches Wohnkonzept, sind investmentfähig, wenn professionelle und innovative Betreiber zur Verfügung stehen. Der gewerbliche Wohnungsmarkt wird sich in den kommenden Jahren weiter professionalisieren und bietet gerade auch außerhalb der Top-7-Standorte nachhaltige Investmentchancen. Die Zunahme der Urbanisierung sowie langfristige Trends und Veränderungen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen werden dieses noch zusätzlich begünstigen. Ein gutes Beispiel ist Bielefeld: In der ost-westfälischen Stadt gibt es eine starke Wirtschaftsstruktur mit großen und international tätigen Unternehmen wie beispielweise Dr. Oetker und Schüco. Gleichzeitig ist der Hotelmarkt vergleichsweise schwach ausgeprägt. Daher gibt es hier einen großen Beherbergungsbedarf für Geschäftsreisende.“

Hannibal DuMont Schütte, Geschäftsführer und Gründer der STAYERY, kommentiert: „Das Wohnangebot der STAYERY haben Robert und ich auf Basis eigener Erfahrung entwickelt. Wir haben uns gefragt, was einem heutigen Geschäftsreisenden wichtig ist, wenn er berufsbedingt für einen längeren Zeitraum in verschiedenen Städten lebt. Im Kern sind dies drei Punkte: Erstens benötigt er Flexibilität, für einen Tag oder für mehrere Monate. Zweitens will er in zeitgemäßen Unterkünften wohnen, mit denen er sich identifizieren kann. Und drittens möchte er die Möglichkeit haben unkomplizierten sozialen Anschluss mit Gleichgesinnten zu knüpfen. All diese Elemente vereinen wir in unseren STAYERY Apartmenthäusern in Berlin und Bielefeld und schaffen so für unsere Gäste Wohnräume, die ihren Vorstellungen entsprechen. Getreu dem Motto Stay statt Sleep.“

Karsten Jungk, Geschäftsführer und Partner von Wüest Partner Deutschland, sagt: „Vor dem Hintergrund des fehlenden Angebots an kleinen, flexiblen Wohnflächen in den deutschen Großstädten und in Anbetracht der zunehmenden beruflichen Mobilität gewinnen moderne Wohnformen wie Mikrowohnen, Serviced Apartments oder Co-Living-Konzepte immer mehr an Bedeutung. Die hohe Zahlungsbereitschaft bei der Zielgruppe der temporär nicht am Erstwohnsitz wohnenden Berufstätigen bzw. auch bei den sie beschäftigenden Unternehmen in Verbindung mit Dienstleistungen und / oder Community-Aspekten stellen für diese Konzepte einen Mehrwert gegenüber dem klassischen Wohnmarkt dar. Mit einem derzeitigen Anteil am Hotelmarkt von rund 3 Prozent bilden vor allem Serviced Apartments damit ein wachsendes Marktsegment. Bis 2030 wird dem Segment ein Anteil von rund 10 Prozent prognostiziert.“ 

Niels Berl, neben Björn Munte Leiter des Berliner Büros von The Collective und zuständig für DACH, erläutert: „Wir sind überzeugt, dass Co-Living einen wesentlichen Teil des urbanen gewerblichen Wohnungsmarktes in Deutschland ausmachen wird. Denn Co-Living hat den Vorteil, breite Zielgruppen anzusprechen und viele Ansatzpunkte für arrondierende Nutzun-gen, wie etwa Gastronomie und Co-Working, zu bieten, bei einem gleichzeitig moderaten Servicelevel. Co-Living bietet Community, Sharing, Convenience und einen potenziell hohen Grad an Integration in die Nachbarschaft. Damit ist dieses Konzept unter anderem für Projektmitarbeiter, Young Professionals, Pendler, Expats und Städtereisende, aber auch ältere Menschen attraktiv. In unserem Londoner Objekt Old Oak ist zum Beispiel der älteste Bewohner 61 Jahre alt. Viele Menschen wollen, auch wenn es für eine begrenzte Zeit ist, nicht allein in einer Metropole wohnen. In einer digitalen Welt mit digitaler Kommunikation haben direkter sozialer Austausch, nicht austauschbare Erlebnisse und einzigartige Atmosphäre einen enormen Stellenwert.“

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von RUECKERCONSULT GmbH
Erstveröffentlichung: Pressemitteilung vom 3. Februar 2020

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