Globale Erkenntnisse zur Arbeitsplatz- und Büroflächennutzung 2026
Erscheinungstermin: Juli 2026
Herausgeber: CBRE
Steigende Anforderungen an Produktivität, Fachkräftesicherung und die Transformation der Arbeitswelt verändern die Rolle von Büroimmobilien grundlegend. Während hybride Arbeitsmodelle inzwischen etabliert sind, rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, welchen konkreten Mehrwert das Büro gegenüber dem Homeoffice noch bietet. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Entwicklung der Büroauslastung, neue Anforderungen an Flächenkonzepte, die Auswirkungen von KI auf die Arbeitsplatzgestaltung sowie die Konsequenzen für Corporate Real Estate und Investitionen in Büroimmobilien. Antworten darauf liefert die Studie „The Affiliation Imperative: The Office’s New Purpose—What the Data Shows“ von CBRE. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Wettbewerb künftig weniger über Flächeneffizienz als über die Qualität der Arbeitsumgebung und die Fähigkeit zur Förderung von Zusammenarbeit entscheidet.
Büroauslastung steigt deutlich – flexible Flächenkonzepte gewinnen an Bedeutung
Die durchschnittliche weltweite Büroauslastung stieg 2025 auf 53 % und verzeichnete damit den stärksten jährlichen Anstieg seit 2021. Gleichzeitig erreichte die Spitzenbelegung im Durchschnitt 80 %, während die durchschnittliche Belegung bezogen auf die vorhandenen Arbeitsplätze auf 111 % zunahm. Möglich wird dies durch Desk Sharing und flexible Anwesenheitsmodelle. Für Eigentümer und Investoren signalisiert diese Entwicklung, dass die Flächennachfrage nicht zwangsläufig sinkt, sondern sich stärker auf flexibel nutzbare und effizient organisierte Büroflächen verlagert.
Zusammenarbeit wird zum wichtigsten Argument für das Büro
Die wichtigsten Gründe für die Anwesenheit im Büro liegen heute in persönlicher Zusammenarbeit und sozialem Austausch. 93 % der Befragten bewerten die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen als wichtigen oder sehr wichtigen Grund für die Büropräsenz, gefolgt von persönlichen Meetings und Teamaktivitäten. Anwesenheitspflichten allein erklären den Auslastungsanstieg daher nur teilweise. Für Büroimmobilien bedeutet dies, dass Flächen künftig stärker auf Kommunikation und Begegnung ausgerichtet werden müssen.
Flächenzuschnitte verschieben sich zugunsten gemeinschaftlicher Bereiche
Seit 2021 ist der Anteil individueller Arbeitsplätze an der gesamten Bürofläche von 56 % auf 35 % gesunken. Gleichzeitig wurden Besprechungsbereiche, Projektflächen und informelle Begegnungszonen deutlich ausgebaut. Besonders stark wuchsen Amenity-Flächen, deren Anteil sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelte. Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht erhöht dies die Bedeutung hochwertiger Gemeinschaftsflächen und verändert sowohl Flächenplanung als auch Investitionsschwerpunkte bei Neubauten und Refurbishments.
Qualität des Büros wird zum Wettbewerbsvorteil
Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen mit hochwertigen Büroflächen ihre Anwesenheitsziele häufiger erreichen und gleichzeitig eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit erzielen. Parallel verweist CBRE auf die anhaltende „Flight-to-Quality“-Entwicklung: Moderne Bürogebäude mit umfangreichen Ausstattungs- und Serviceangeboten weisen niedrigere Leerstände auf als der Gesamtmarkt. Für Investoren und Bestandshalter spricht dies für weitere Investitionen in Qualität, Aufenthaltsqualität und Nutzererlebnis. Klassische Effizienzkennzahlen allein reichen künftig nicht mehr aus, um die Wettbewerbsfähigkeit einer Immobilie zu sichern.
KI verändert die Arbeit – erhöht aber den Wert des Büros
Die zunehmende Nutzung von KI führt nach den ausgewerteten Daten nicht zu weniger Arbeit im Büro, sondern zu einer höheren Arbeitsintensität. Beschäftigte in stark KI-geprägten Tätigkeiten arbeiten derzeit durchschnittlich 2,75 Stunden pro Woche mehr und verbringen mehr Zeit mit der Steuerung und Kontrolle von KI-Ergebnissen. Gleichzeitig gewinnen menschliche Kompetenzen wie Kreativität, Urteilsvermögen und Zusammenarbeit an Bedeutung. Damit steigt auch der Stellenwert von Büroflächen als Orte für Austausch, Innovation und Teamarbeit.
Corporate Real Estate wird stärker datengetrieben
CBRE empfiehlt Unternehmen, Büroflächen künftig anhand ihrer Wirkung auf Zusammenarbeit, Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenserfolg zu bewerten. Gleichzeitig gewinnen Technologien wie Sensorik, Buchungssysteme und KI-gestützte Belegungsanalysen an Bedeutung, um Flächennutzung und Kapazitäten zu steuern. Auch differenzierte Anwesenheitskonzepte nach Funktionen und Tätigkeiten ersetzen zunehmend pauschale Präsenzvorgaben. Für Corporate-Real-Estate-Manager entstehen dadurch neue Anforderungen an Datengrundlagen und kontinuierliches Performance-Monitoring.