03.11.2023

Neubau mit Holz

Nachhaltiger Baustoff mit Tradition

Erscheinungstermin: August 2023

Herausgeber: bulwiengesa AG

Die EU hat mit ihren Regulierungen für mehr Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft den Baustoff Holz wieder en vorgue gemacht. Doch wie häufig kommt der Rohstoff eigentlich im Neubau zum Einsatz? Welchen Marktanteil hat er? Und eignet sich Holz für alle Nutzungsarten? Im Auftrag der KOALITION für HOLZBAU (KfH) ist bulwiengesa diesen Fragestellungen nachgegangen und hat die Ergebnisse in der Studie "Holz als Baustoff im Neubau" zusammengefasst.

Die Studie weißt ein wesentliches Problem wissenschaftlich nach, das in den vergangenen Monaten der Arbeit der KOALITION für HOLZBAU aufgefallen ist: Es gibt zum modernen mehrgeschossigen Holzbau in Deutschland keine ausreichende und einheitliche Datengrundlage. Nun zeigt die Studie, dass in den kommenden Jahren 4,65 Millionen Quadratmeter in Holzbauprojekten entwickelt werden. Über 900.000 Quadratmeter Holzbauvolumen werden in 2024 gebaut, was einer guten Verneunfachung an Fläche in Holz gegenüber 2020 entspricht.

Auch wenn sich unter Einbeziehung der bis zum Jahr 2028 geplanten Holzbauprojekte ein Trend zu mehr Holzbau (3,3 Prozent am Gesamtprojektentwicklervolumen) ablesen lässt, so bleibt Deutschland trotzdem hinter anderen europäischen Ländern zurück, die zum Teil sogar verbindliche Quoten für den Holzbau festgelegt haben.
Es hat sich auch gezeigt, dass sich alte Vorurteile z.B. zu Traglasten und Lebensdauer von Holzgebäuden zu Unrecht hartnäckig halten.

Es braucht daher weiterhin breitangelegte Initiativen für Know-how-Erweiterung, Wissenstransfer und Aufklärung, da Wissenschaft und Produktfortschritt viele Vorurteile längst widerlegt haben. Hierfür sollten auch Bund und Länder Forschungsvorhaben, Informations-/Weiterbildungskampagnen unterstützen oder ins Leben rufen.

Die Studie legt darüber hinaus nahe, dass eine Förderung des nachhaltigen Holzbaus erforderlich ist. Bundesländer, die bereits eigene Förderungen anbieten, verzeichnen die größten Holzbauvorhaben. Sechs der TOP-10 Städte verfügen über Holzbauförderungen in ihren Bundesländern, darunter Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. In Nordrhein-Westfalen wird derzeit überlegt, die bestehende Holzbauförderung auch ohne Mietobergrenzen anzubieten. Nicht ganz überraschend ist, dass die Metropolen (A-Städte) rund die Hälfte der Holzbauprojekte ausmachen. Mit 2,24 Millionen Quadratmeter entstehen dort Wohnungen und überwiegend Bürogebäude. Die kürzere Bauzeit der Holzbauweise dürfte bei der starken Nachfrage nach Wohnraum nur ein Grund dafür sein. Berlin ist mit über einer Millionen Volumen Quadratmeter führend bei den Holzbauvorhaben.

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