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19.09.2022

Proptech-Studie

Rekordinvestitionen in deutsche Proptechs im ersten Halbjahr 2022

Erscheinungstermin: September 2022

Herausgeber: blackprint

2021 war für den PropTech-Markt in der DACH-Region ein Rekordjahr, rund 666 Millionen Euro wurden investiert. 502 Millionen Euro dabei allein in deutsche PropTechs. Im ersten Halbjahr 2022 wurde dieser Wert bereits um 24% übertroffen. 621 Millionen Euro haben Investoren in den ersten sechs Monaten des Jahres in Start-ups aus der deutschen Bau- und Immobilienbranche investiert. 37 öffentlich bekanntgemachte Investments wurden auf dem deutschen PropTech-Sektor in diesem Zeitraum getätigt. Das führt in einzelnen Fällen auch zu neuen Rekord-Investitionen. Das Münchener Start-up Heimkapital sicherte sich ein Investment von über 300 Millionen Euro – die höchste Summe für ein deutsches PropTech. Im vergangenen Jahr hatte Schüttflix mit über 42 Millionen Euro die größte Finanzierungsrunde abgeschlossen. Im ersten Halbjahr 2022 übertrafen bereits vier PropTechs diesen Wert, zum Teil auch deutlich.

Dies geht aus dem aktuellen "PropTech Start-up und VC Report 2022" hervor, den die auf Transformation und Digitalisierung in der Bau- und Immobilienbranche spezialisierte blackprintpartners GmbH (blackprint) im Rahmen der diesjährigen RealProptech veröffentlicht hat. Im Mittelpunkt des Reports steht die aktuelle Marktlage rund um PropTechs.

Mit Stichtag 30. Juni 2022 sind in Deutschland 851 PropTechs gelistet. Das sind rund 200 im Vergleich zum blackprint PropTech-Start-up-Report 2021. Neben 40 Neugründungen ist der Anstieg vor allem dadurch zu erklären, dass viele früher gegründete Start-ups erst nach der Corona-Krise „sichtbar“ auf dem Markt wurden, etwa durch die Zunahme von Events und der damit verbundenen Visibilität. Zehn Abgänge waren hingegen zu verbuchen. Beliebtester Standort von PropTechs, die in mehr als 86% der Fälle als GmbH organisiert sind, bleibt Berlin als Stadt sowie Bundesland (222). Es folgen München (99), Hamburg (57) und Stuttgart (33) bei den Städten bzw. Bayern (167), NRW (123) und Baden-Württemberg (106) bei den Bundesländern.

Weiterhin Rekord-Investitionen im noch nationalen Wagniskapitalmarkt

Die Investitionszahlen für das erste Halbjahr 2022 sind deutliche Bestätigung für die Relevanz des PropTech-Sektors. Besonders spannend ist dabei die Analyse der Cap Table: Über 60% der Finanzierer, die in deutsche PropTechs investieren, kommen selbst aus Deutschland. Noch ist der Wagniskapitalmarkt somit stark regional geprägt. Doch die Internationalisierung und damit steigende Wichtigkeit von deutschen PropTechs zeichnet sich bereits ab, denn auf Platz zwei bzw. drei landen Geldgeber aus den USA mit 16,67% und UK mit 7,84%.

Pfad der Erleuchtung im PropTech-Markt

In der primären Fokussierung auf ausschließlich den deutschen statt den DACH-Markt zeigen sich in der Rückschau erstmals deutlich die Phasen des PropTech Hype Cycles nach Gartner. Die digitale Bau- und Immobilienwirtschaft befindet sich demnach mittlerweile auf dem ‚Pfad der Erleuchtung‘. Nach dem starken vergangenen Jahr kann jetzt festgestellt werden, dass die Corona-Pandemie zwar ein Beschleuniger der Entwicklung war, sich Unternehmen aber auch losgelöst davon mittlerweile sehr viel ernsthafter mit ihrer eigenen Transformation auseinandersetzen und bereit sind, Geld – auch in Kooperationen mit PropTechs – zu investieren. Wie zuletzt die PropTech Germany Studie 2022 belegen auch die wachsende PropTech-Zahl, das neue Rekordinvestitionsvolumen sowie das steigende Engagement von Anlegern auch aus dem weiter entwickelten angloamerikanischen Raum den hohen Entwicklungs- und Reifegrad des deutschen PropTech-Sektors.

Geringer Frauen-Anteil in Führungspositionen

PropTechs in Deutschland beschäftigen 1.480 Geschäftsführer:innen, wovon nur 9,3 % weiblich sind. Hier haben PropTechs noch Nachholbedarf. Aber das Bewusstsein scheint zu steigen. Der Trend ist positiv: Unter den Early-Stage-Unternehmen, also jenen die in den vergangenen beiden Jahren gegründet wurden, ist mit 11,9 Prozent in 2021 und 20,8 Prozent in 2022 eine deutlich diversere Führungsspitze zu erkennen.

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