Private-Banking-Umfrage zu Immobilien & Infrastruktur
Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten und dem Wunsch vieler Anleger nach stabilen Erträgen gewinnen Sachwertanlagen weiter an Bedeutung. Für das Private Banking ergibt sich daraus die zentrale Frage, welche Anlageklassen und Produktstrukturen künftig gefragt sind und wie sich das Angebot entwickelt. Insbesondere Immobilien- und Infrastrukturanlagen stehen dabei im Fokus von Anbietern und Kunden. Die Umfrage „Zukunft von Sachwertanlagen im Private Banking 2026“, durchgeführt von RUECKERCONSULT, Edelstoff Media, Scope sowie Quadoro Investment und EB-SIM, liefert hierzu aktuelle Einblicke. Sie untersucht unter anderem, welche Renditeerwartungen bestehen, welche Produktformen bevorzugt werden und wie sich der Vertrieb in Banken verändert.
1. Bedeutung von Sachwertanlagen bleibt hoch
Sachwertanlagen sind weiterhin fester Bestandteil der Angebotsportfolios im Private Banking. Über 90 % der befragten Institute bieten Private-Markets-Produkte an, insbesondere Immobilienanlagen (92 %). Werterhalt, Diversifikation und Gesamtrendite sind dabei die zentralen Anlageziele. Der Fokus liegt auf professionell gemanagten Produkten, die Stabilität und Zugang zu realwirtschaftlichen Werten ermöglichen.
2. Immobilieninvestments dominieren – vor allem in Deutschland
Direktanlagen sind die häufigste Form der Immobilieninvestition, gefolgt von offenen semi-liquiden und geschlossenen Strukturen. Besonders gefragt sind Wohnimmobilien in Deutschland, aber auch Büro- und Logistikimmobilien in Europa und den USA werden berücksichtigt. ELTIFs, ETFs und Fonds spielen nur eine untergeordnete Rolle.
3. Infrastruktur auf dem Vormarsch
Zwei Drittel der Banken bieten inzwischen Infrastrukturprodukte an, vor allem in offenen semi-liquiden oder geschlossenen Strukturen. Besonders nachgefragt sind Energie-, Verkehrs- sowie Ladeinfrastruktur. Die Bandbreite der Investitionsbereiche ist breit, was die Attraktivität und Diversifikation solcher Anlagen unterstreicht.
4. Private Debt und Private Equity etablieren sich weiter
Private Equity wird von 84 % der Banken angeboten, Private Debt von 68 %. Die bevorzugten Vehikel sind geschlossene und semi-liquide Strukturen sowie ELTIFs. Auch Institute, die bisher keine Sachwertanlagen anbieten, planen zunehmend den Einstieg in diese Segmente – ein klares Zeichen für das anhaltende Wachstumspotenzial.
5. Stabile Platzierungsvolumina trotz Unsicherheit
Trotz teilweise uneinheitlicher Nachfragedynamiken bei Kunden meldet die Mehrheit der Banken stabile oder leicht gestiegene Platzierungsvolumina im Vergleich zum Vorjahr. Das spricht für eine robuste Grundnachfrage nach Sachwertanlagen im aktuellen Marktumfeld.
6. Klare Renditeanforderungen bei allen Assetklassen
Die Renditeanforderungen liegen für Immobilieninvestments meist bei 4–5 % IRR, bei Infrastruktur zwischen 5–7 %. Für Private Debt erwarten die Banken 5–10 % IRR, bei Private Equity überwiegend mehr als 7 %. Diese Benchmarks sind entscheidend für die Produktauswahl und die Vertriebsfreigabe.
7. Vertriebsstrukturen entwickeln sich weiter
Die Digitalisierung im Vertrieb schreitet voran: Rund 60 % der Banken haben den Prozess teilweise oder vollständig digitalisiert. Gleichzeitig behalten klassische Entscheidungsgremien wie Vorstand und Produktmarketing ihre zentrale Rolle bei der Auswahl. Plattformen spielen hingegen nur eine Nebenrolle.
Die vollständige Studie steht unter folgendem Link zum Download bereit:
https://nl.rueckerconsult.de/img/2026_01_27_Ergebnisse_Private_Banking_Umfrage_818172612026.pdf