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Fondsindizes

Schlüssel für mehr Transparenz in einem wachsenden Markt

Michael Sehm, Geschäftsführer, Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH
Michael Sehm

Die hohen Mittelzuflüsse und Investitionsvolumina von Investmentfonds zeigen die große Bedeutung dieser Anlageform für Investoren, insbesondere aus dem institutionellen Bereich. Institutionelle Anleger haben nach Angaben des Fondsverbands BVI ihr Anlagevolumen in zehn Jahren seit 2006 um 120 Prozent erhöht. Rund 1,48 Billionen haben sie im vergangenen Jahr an Vermögenswerten in Spezialfonds eingebracht, weitere 915 Milliarden institutionellen Kapitals liegt in deutschen Publikumsfonds. Mit 39 Prozent stellen Versicherungen die größte Gruppe unter den Anlegern, gefolgt von Versorgungswerken und Pensionskassen sowie produzierenden Unternehmen.

Allerdings hat die Transparenz mit dem Wachstum des Marktes nicht mitgehalten. Die Anzahl der existierenden Indizes und ihre Differenzierung nach Investmentprodukten wirkt im Vergleich zum Marktvolumen noch rudimentär. In der Anlageklasse Immobilien stehen beispielsweise mit dem 2015 erstmalig veröffentlichten „German Vehicles Index“ von INREV für nicht-börsennotierte Fondsprodukte sowie dem 1997 gestarteten „IPD Spezialfonds Immobilien Index“ (SFIX) des Immobiliendienstleisters MSCI nur zwei Indizes zur Verfügung. Während der INREV-Index alle Fondsarten abdeckt und zu zwei Dritteln Publikumsfonds umfasst, beschränkt sich der SFIX auf offene Immobilien-Spezialfonds für institutionelle Anleger. Beide Indizes erscheinen im quartalsweisen Rhythmus. Wegen seiner Fokussierung auf institutionelle Anleger und der differenzierten Unterteilung in unterschiedliche Immobilien-Assetklassen soll hier der SFIX etwas näher beleuchtet werden.

Die im SFIX Deutschland gelisteten 190 Fonds decken 65 Prozent aller Immobilien-Fondsprodukte für Institutionelle ab. Ihr Volumen betrug im zweiten Quartal 2017 53,6 Milliarden Euro. Mit Blick auf die Erstauflage des SFIX im Jahr 2005 wuchs das Fondsvolumen um knapp 450 Prozent. Der Index zeigt deutlich auf, dass Immobilien-Spezialfonds rentable Investitionen darstellen: 80 Prozent der gelisteten Produkte wiesen im Medianwert eine positive Gesamtrendite auf. Und die Langzeitbetrachtung zeigt, dass neun von zehn Fonds nach einer positiven Renditeserie über mehrere Quartale diese Wertentwicklung dauerhaft beibehalten.

Neben dem Gesamtindex erstellt MSCI Mikroanalysen einzelner im SFIX gelisteter Fonds. Sie beziehen ihre besondere Aussagekraft aus einer Benchmark ähnlich konzipierter Fondsprodukte. MSCI nimmt in der Mikro-Betrachtung einen Abgleich hinsichtlich regionaler und objektbezogener Asset-Allokation vor. Nicht nur der lokale Markt am Standort, sondern auch der Total Return der einzelnen Objekte fließt folglich in die Fondsanalyse ein. Das Fondsmanagement kann anhand dieser Angaben zu den verschiedenen Komponenten des Portfolios entscheiden, welche Immobilien sich besonders gut entwickeln und welche tendenziell für eine Veräußerung infrage kommen. Für Anleger liegen die Vorteile ebenso auf der Hand: Innerhalb der vielfältigen Spezialfondsprodukte können sich institutionelle Investoren mittels der Benchmark-Analyse einen transparenten und repräsentativen Marktüberblick verschaffen. Darüber hinaus können die Entwicklung des gebundenen Kapitals anschaulich nachvollzogen und die Leistung des beauftragten Fondsmanagements mittels objektiver Kriterien beurteilt werden.

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Erstveröffentlichung: Immobilien FondsNews, November 2017

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