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Marktradar August 2017

Warten auf den Herbst

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Die spannendste Entwicklung am Kapitalmarkt ist derzeit der steigende Eurokurs gegenüber dem Dollar. Die Leitzinsen wurden in den USA mehrfach erhöht, die Europäische Zentralbank (EZB) hat im gleichen Zeitraum die Zinsen weiterhin konstant niedrig gehalten. Die Geldanlage in den USA ist deswegen attraktiver. Theoretisch müsste daher Kapital von Europa abgezogen werden und der Euro im Vergleich zum Dollar billiger werden. Die Realität sieht aber wie so häufig anders aus als die Theorie. Als eine der wesentlichen Ursachen wird vermutet, dass die derzeitige US-Regierung kaum handlungsfähig sei und daher Europa trotz Brexit und dem aktuellen Konflikt mit Ungarn und Polen relativ attraktiver werde.

Der EZB kann diese Entwicklung nicht gefallen. Ein gestiegener Euro macht Produkte und Dienstleistungen der Eurozone im Ausland teurer und ist deswegen schlecht für Konjunktur und Inflationsentwicklung. Entsprechend hat die EZB in ihrer Juli-Sitzung die Parameter der Geldpolitik unverändert gelassen. Der expansive Kurs geht also weiter.

Die Renditen sind vielerorts so niedrig geworden, dass sich als einzige sinnvolle Verwertung die Projektentwicklung ergibt. Am unverändert aktiven Immobilien-Finanzierungsmarkt nimmt daher die Bedeutung der Projektentwicklungen – relativ zu den Bestandhaltern – weiter zu. Zudem sind die Marktteilnehmer unverändert euphorisch und rechnen zumindest mit konstanten oder sogar mit steigenden Preisen. Dass Preissteigerungen endlich sind, zeigt sich derzeit am Immobilienmarkt in der Schweiz. Mit Ausnahme der Zentralschweiz, insbesondere Zürich, gilt der Markt insgesamt als weitgehend ausgeglichen. In Deutschland sehen wir beim derzeitigen Zinsniveau noch keine Anzeichen für einen Rückgang der Nachfrage. Allerdings bleibt das Risiko eines Preisrückgangs in vielen Märkten substantiell.

Finanzbarometer
Zinsentwicklung

Der Zehn-Jahres-Zinsswap ist im Juli zu Monatsbeginn zunächst um 0,08 auf 0,90 vergleichsweise deutlich gestiegen, dann aber im Wesentlichen konstant geblieben. Der Swapsatz schwankte im Monatsverlauf zwischen 0,90 und 1,00 Prozent und sank gegen Monatsende wieder auf 0,93 Prozent. Der Sechs-Monats-Euribor fiel geringfügig auf -0,272 Prozent. Auch beim Drei-Monats-Euribor ergaben sich im Monatsverlauf mit Werten zwischen -0,329 und -0,332 erneut nur kleine Veränderungen.

Ausblick

Nicht nur der starke Euro spricht derzeit gegen Zinserhöhungen. Es ist zudem damit zu rechnen, dass das Wachstum der Eurozone im zweiten Quartal wahrscheinlich geringer ausgefallen ist. Zudem erhöht nach Ansicht der EZB der geplante Austritt Großbritanniens die Risiken für die Konjunktur. Der EZB-Präsident Mario Draghi hat für September nicht nur keine Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Vielmehr betonte er die Möglichkeiten einer weiteren Lockerung. Aus unserer Sicht ist daher weder bis zum Herbst noch unmittelbar danach mit Zinssenkungen zu rechnen. Vielmehr ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der ultralockere Kurs der EZB bis auf weiteres fortgesetzt wird.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von BF.direkt AG
Erstveröffentlichung: Homepage BF.direkt AG, August 2017

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