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Fokus wird nicht verschoben

Portfolioerweiterung der Deutsche Wohnen

Philip Grosse, CFO, Deutsche Wohnen SE
Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung, IREBS Institut für Immobilienwirtschaft
Philip Grosse

Die Deutsche Wohnen hat im März 2019 ein Portfolio mit rund 2.850 Wohneinheiten für rund 685 Mio. Euro erworben. Auf dem 4. Jahreskongress Finanzierung spricht Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS, Universität Regensburg, mit Philip Grosse, CFO der Deutsche Wohnen. 

Prof. Sebastian: Herr Grosse, warum kaufen Sie trotz politischer Risiken weiterhin Wohnimmobilien?

Philip Grosse: Wir sind trotz immer neuer Regulierungsinitiativen der Politik von der Nachhaltigkeit von Investments in den Wohnungsmarkt überzeugt. Dies zeigt beispielsweise unsere Durchschnittsmiete, die sich auf einem sehr moderaten Niveau befindet. Sie lag zum 31. März 2019  bei 6,68 Euro je Quadratmeter und Monat kalt. Dieses Mietniveau ist unseres Erachtens nachhaltig und langfristig krisensicher. Wenn Sie mit „politischen Risiken“ auf das Thema Enteignung bzw. Vergesellschaftung anspielen, dann sehen wir ein solches Szenario als sehr unwahrscheinlich an.

Prof. Sebastian: Warum haben Sie außerhalb von Berlin gekauft? Ist hier die Politik mittlerweile dann doch zu unberechenbar?

Philip Grosse: Mit 70 Prozent liegt zwar der Großteil unserer rund 167.000 Einheiten in Berlin, trotzdem verfolgen wir unsere Strategie, uns auf deutsche Metropolregionen zu konzentrieren. Die kürzlich getätigte Akquisition von 2.850 Einheiten in prosperierenden Ballungszentren unterstreicht diesen Fokus. Die Immobilien dieses Portfolios liegen in Düsseldorf, Köln sowie der Region Frankfurt am Main und somit in Regionen, in denen wir bereits präsent sind. 

Prof. Sebastian: Wie haben Sie den jüngsten Portfolioankauf finanziert?

Philip Grosse: Der Kaufpreis für das Portfolio lag bei 685 Mio. Euro. Dies macht weniger als 3,0 Prozent unseres Portfolios aus. Der Portfolioankauf wird sowohl über unsere bestehende Bilanzkapazität als auch über geplante Abverkäufe finanziert. Die Abverkäufe betreffen ein paar tausend Immobilien, die wir als nicht strategisch identifiziert haben und von denen wir uns 2019 trennen wollen.

Prof. Sebastian: Welche Rolle spielt das Projektentwicklungsgeschäft für Sie und wie finanzieren Sie Ihre Developments?

Philip Grosse: Die Kernkompetenz der Deutsche Wohnen ist das Halten und Bewirtschaften von Immobilien. Nichtsdestotrotz haben wir auch einige Neubauprojekte in der Pipeline. Bis 2022 planen wir den Bau von 2.500 neuen Wohnungen vornehmlich in der Region Berlin. Damit wollen wir einen wichtigen Beitrag zur Schaffung des dringend benötigten Wohnraums leisten. Zudem ist es uns ein großes Anliegen nachhaltig und mit qualitativ hochwertigen Materialien zu bauen. Finanziert werden unsere Neubauaktivitäten aus dem laufenden Geschäft.  

Prof. Sebastian: Wie ist die Deutsche Wohnen auf der Passivseite aufgestellt?

Philip Grosse: Unser Immobilienportfolio umfasst ein Volumen von rund 24 Mrd. Euro. Dies haben wir mit einem relativ geringen Verschuldungsgrad, dem sogenannten Loan to Value, von 36 Prozent finanziert. Dabei nutzen wir ein großes Spektrum an Finanzierungsprodukten, wie zum Beispiel besicherte Bankenfinanzierungen, unbesicherte Kapitalmarktfinanzierungen bis hin zu Wandelschuldverschreibungen. Die konservative Finanzierung spiegelt sich auch in unserem niedrigen Durchschnittszins von 1,3 Prozent für durchschnittlich acht Jahre wider. Außerdem werden wir von Moody’s und S&P mit A3 bzw. A- bewertet. Damit verfügen wir über eines der besten Ratings im europäischen Immobiliensektor.

Prof. Sebastian: Herr Grosse, ich danke Ihnen für das Gespräch!

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Deutsche Wohnen SE
Erstveröffentlichung: TPP, Juni 2019

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