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Moderne Immobilienwirtschaft?

Jens Kramer, CEO, PROMOS consult Projektmanagement, Organisation und Service GmbH
Jens Kramer

Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft ist in aller Munde.

Für viele zielt dieses Schlagwort darauf ab, dass Daten vor Ort digital erfasst und nahtlos in dem zentralen Bewirtschaftungssystem in die Geschäftsprozesse integriert werden können. Die Industrialisierung kommt endlich in der Immobilienwirtschaft an. Daten mûssen nicht mehrmals erfasst werden und sind überall aktueÌl und verfügbar. Das Wegfallen der Doppelerfassung auf der einen und verbesserte Datenqualität auf der anderen Seite sind Argumente für die Digitalisierung, die jeder schnell nachvollziehen kann. Aber ist das wirklich alles?

Aus meiner Sicht gibt es noch einen zweiten Aspekt der Digitalisierung, der wesentlich schwerer in seiner Tiefe bezüglich dessen, was sich in unserer täglichen Arbeit ändert, vorherzusehen ist.

Ich will hierzu eine fiktive Begegnung beschreiben: Versetzen Sie sich bitte 10 Jahre in die Vergangenheit zurück. Sie treffen dort den Erfinder des Tarifsystems der Deutschen Bahn und fragen ihn, ob er sich vorstellen kann, dass man bald selbst seine Fahrkarten auf einem Telefon kauft. Ohne Schulung. In einer App. Mit dem Daumen. Wahrscheinlich hätte er ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Oder hätten Sie vor zehn Jahren gedacht, dass für unsere Kinder heute der Begriff "Bankschalter" eine Vokabel ohne Nutzen und Inhalt wird?

Es ist nicht zwangläufig so, dass sich neue IT-Lösungen auf einfache Weise bedienen lassen. Als vor ein paar Jahren Eincheck-Automaten auf den Flughäfen aufgestellt wurden, hatte ich das Gefühl, neben jedem Automaten stehen zwei Stewardessen, weil den Fluggästen bei derBedienung geholfen werden muss. Heute sind die Check-In Automaten fast schon Antiquariat. Seinen Bording Pass haben Frau und Mann von welt längst in der Wallet mobil dabei - das Smart Phone machts möglich. Und in der Immobilienwirtschaft: Wir erhalten heute unsere Betriebskostenabrechnung immer noch fast 12 Monate nach dem Jahresabschluss per Post. Aber seien Sie sicher: Besserung ist auch in der Immobilienwirtschaft in Sicht.

Den meisten von uns fällt es schwer, sich die möglichen Veränderungen durch die Digitalisierung im Arbeitsalltag vorstellen zu können. Wir sind ja auch keine Hellseher. Vieles wird in kleinen Schritten erfolgen. Dabei werden die Zyklen der Veränderung immer kürzer. Komplexe Aufgaben werden an mobile Nutzer übertragen. Die Umkreissuche meines Smartphones ermittelt die relevanten Objektdaten. Mit dem in meiner App integrierten Barcode-Scanner bestelle ich das defekte Bauteil direkt von der Baustelle aus. Der Kunde vereinbart den Termin ohne Telefonanruf und verfolgt die Reparatur in seiner Kunden-App.

Weil es geht. In einer App. Ohne Schulung. Mit dem Daumen.

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Erstveröffentlichung: Informationstechnologie und Immobilien

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