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Deutschland muss aufholen

Bericht vom Wirtschaftstag 2018 des CDU-Wirtschaftsrates

Dr. Ulrich Nagel, Kommunikationsberater / Redakteur The Property Post, RUECKERCONSULT GmbH
Dr. Ulrich Nagel

Mit 3.500 Teilnehmern zählt der jährliche Wirtschaftstag zu den größten Veranstaltungen für Unternehmer in Deutschland. Auch in diesem Jahr gelang es den Organisatoren des CDU-Wirtschaftsrates, internationale Spitzenfunktionäre aus Politik und Wirtschaft nach Berlin zu holen. Der rote Faden aller Vorträge war die zunehmende Polarisierung der Welt – auf die Deutschland reagieren muss.

In einer sehr engagiert vorgetragenen Rede plädierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für einen optimistischen Blick auf die Beziehungen zu den USA. 70 Jahre enger Partnerschaft könnten nicht durch einzelne Personen rückgängig gemacht werden, so der CDU-Politiker. Zugleich seien die von der EU beschlossenen Gegenzölle als Reaktion auf die von Washington verhängten Zölle auf Aluminium und Stahl eine notwendige Maßnahme, um die Gleichberechtigung Europas sicherzustellen. Klares Ziel der Bundesregierung seien aber, so Altmaier, die Abschaffung aller Zölle weltweit und die Förderung freien Unternehmertums: Wer freiwillig persönliche Einschränkungen in Kauf nehme, um Arbeitsplätze zu schaffen, muss höchsten Respekt erhalten und darf nicht als „böser Kapitalist“ gescholten werden.

Dem Wirtschaftsminister sekundierte George Osborne, ehemaliger Schatzkanzler des Vereinigten Königreichs und heute für den weltweit größten Asset Manager BlackRock tätig. Donald Trump, so der Tory-Politiker, sei ebenfalls „pro business“. Darüber hinaus müssen angesichts des Brexit unabhängig von der EU europäische Gemeinsamkeiten entwickelt werden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.

Den Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzsektors richteten Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, und Christian Sewing, neuer Chef der Deutschen Bank. Der deutsche Bankensektor sei vollkommen abgeschlagen, so der Tenor der beiden Manager: 1.) Keine einzige deutsche Bank befindet sich unter den 100 größten Unternehmen weltweit, 2.) unter den zehn größten Banken der Welt ist mit der britischen HSBC nur eine europäische Bank vertreten, 3.) in den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil des Finanzsektors am deutschen Bruttoinlandsprodukt um ein Fünftel auf mittlerweile nur noch vier Prozent gesunken. Zum Vergleich: Luxemburgs Banken tragen mit 27 Prozent mit über einem Viertel zum BIP des Fürstentums teil.

Ein Ausweg hieraus, so Deutsche Bank-Chef Sewing, sei die Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes, der mit 1.600 verschiedenen Banken zu aufgebläht sei. Zunehmende internationale Geschäftsaktivitäten deutscher Unternehmen benötigten ein entsprechend großes, global aufgestelltes Finanzinstitut. Auf europäischer Ebene forderte er einheitliche Standards analog zu den Normen des US-Finanzbinnenmarkts. Sewing nannte als Beispiel den Kauf eines spanischen Pfandbriefs, dessen rechtliche Konstruktion grundverschieden von seinem deutschen Gegenstück ist. Weimer fügte hinzu, dass vor allem seitens der Politik und der Medien ein neues positives Bild der Banken geschaffen werden müsse. Dabei sollte mit den jungen Generationen begonnen werden: Finanzlehre, so der Chef der Deutschen Börse, muss dringend ein eigenes Schulfach werden.

Zu den weiteren Sprechern des Wirtschaftstages zählten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Österreichische Bundeskanzler, Sebastian Kurz. Aus der Bundespolitik sprachen zudem die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

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Erstveröffentlichung: The Property Post, Juni 2018

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