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Standards für effizientes Bauen

Round Table-Bericht Baumonitoring Kongress, 11. Mai 2017, München

Dr. Ulrich Nagel, Kommunikationsberater / Redakteur The Property Post, RUECKERCONSULT GmbH

Der 2016 aus einer Initiative der Deutschen Pfandbriefbank heraus gegründete Verband Baumonitoring (BMEV) lud zum ersten Fachkongress nach München. Ziel des BMEV ist es, alle Parteien in der Projektfinanzierung und –entwicklung zu einheitlichen Standards in der Abwicklung zu führen, um Risiken zu minimieren und Kosten zu optimieren. Die wichtigsten Instrumente hierfür sind zum einen gesetzliche Regularien wie die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) oder die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Zum anderen kommen Verbandsrichtlinien wie aus dem Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) oder dem Deutschen Verband der Projektmanager in der Bau- und Immobilienwirtschaft (DVP) zum Einsatz.

Jörg Quentin, Abteilungsleiter für Immobilienanalyse und –bewertung bei der Deutschen Pfandbriefbank (pbb), führte in das Thema anhand der bestehenden Baumonitoring-Praxis ein: Zu viele Finanzierer beschränken sich immer noch auf eine reine Baukostenermittlung, notwendig sei jedoch eine kontinuierliche Beobachtung des Projektfortschritts anhand vordefinierter Kriterien. Nicht umsonst habe die BaFin in der 2012 aktualisierten MaRisk-Richtlinie die regelmäßige Baustelleninspektion zur Verpflichtung für die finanzierenden Banken gemacht. Der Projektsteuerer Arcadis Germany führt Baumonitoring nach 55 Kategorien durch, wie Markus Reppenhagen, European Market Sector Leader Financial Institutions, darlegte.

Dr. Hauke Brede, Chief Risk Officer (CRO) bei der Allianz Real Estate, lobte die Vorzüge des deutschen Marktes, der sich durch ein antizipierendes Baumonitoring noch stärker als attraktiver Standort für Investitionen und Projekteffizienz empfehlen könnte. Baumonitoring anhand eines konkreten Projektbeispiels zeigte Michael Hiss, CEO der Flughafen München Baugesellschaft, auf. Für den 700 Millionen Euro teuren Bau des neuen, im April 2016 eröffneten Satellitenterminals, der sowohl den Zeit- als auch den Kostenrahmen übererfüllte, gab es mehrphasige Budgetkalkulationen mit angepassten Abweichungsmargen. Ein wichtiger Faktor war die persönliche Begutachtung aller 12.000 Rechnungen durch die Projektleitung, so Hiss.

Dr. Volker Binding, Geschäftsführer des Frankfurter Start Ups Tachycon, und Matthias Danner, CFO des IT-Unternehmens Alyne, stellten Tools für digitales Risikomanagement vor. Alyne hat von 600 definierten branchenübergreifenden Projektrisiken 30 speziell für immobilienwirtschaftliche Kontexte formuliert. Die globale Finanzierungsebene beleuchtete Clarence Dixon, der bei CBRE als Global Head of Loan Services die weltweite Kreditverwaltung verantwortet. Der Markt habe sich von der Finanzkrise noch nicht vollständig erholt, was sich unter anderem an der weiterhin hohen Zahl an Non Performing Loans, allen voran in Großbritannien, zeige. Zugleich bleibt der europäische Immobilienmarkt ein höchst attraktives Investitionsziel. Angesichts der beträchtlichen Geldmengen, die aktuell im Umlauf sind, richtet sich daher der Blick verstärkt auf verfügbare Immobilienprodukte.

Risiken und Konflikte in der Baubranche zeigten Thomas Richter, Managing Partner bei Arnecke Sibeth Rechtsanwälte, und Prof. Stefan Leupertz, Vorsitzender des Deutschen Baugerichtstages, auf. Einer der wesentlichen Gründe hierfür liege in der Vielzahl autonom agierender Projektparteien. Lösungen bieten insbesondere im angelsächsischen Raum verbreitete Modelle des partnerschaftlichen Bauens an, die Bauherrn, Planer und Ausführende in teilweise überlappenden Projektphasen zusammenführen. Der nächste Baumonitoring-Kongress findet am 30. November 2017 in Düsseldorf statt.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von RUECKERCONSULT GmbH
Erstveröffentlichung: The Property Post, Mai 2017

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