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Student Housing – Hype vorbei?

Auf der GRI 2016 in Frankfurt herrschte Einigkeit: Viele Argumente sprechen für Student Housing Investments

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Im Diskussionsforum zu Student Housing diskutierten Horst Lieder, CEO der International Campus AG, Tim Mitchell, CEO der GSA Group, Sascha Wilhelm, CEO der Corestate Capital Holding, Ben Lehrecke, Managing Director der Round Hill Capital, Sebastian Cave, Managing Director der Heitmann sowie Felix Bauer, CEO/CSO der DREF. Erfolgreiche private Studentenwohnungen kombinieren den stetigen Cash-Flow des Segments Wohnen mit der Rendite von Betreiberimmobilien, die deutlich über der von Büroimmobilien liegt.

Student Housing wird zunehmend auch von institutionellen Investoren nachgefragt. Damit sei das Produkt mittlerweile auch auf dem deutschen Markt etabliert, so die übereinstimmende Meinung der Diskussionsteilnehmer. Denn Student Housing bietet gegenüber der klassischen Assetklasse Wohnen einige Vorteile. Durch den Multi-Tenant-Charakter dieser Assetklasse wird das Mietausfallrisiko gesenkt und die hohe Fluktuation lässt ­anders als im „normalen“ Wohnsegment ­theoretisch häufigere Anpassungen des Mietniveaus zu. Insbesondere für private Wohnheimbetreiber entwickelt sich hier eine interessante und langfristig nachhaltige Assetklasse. Die bundesweiten Hochschulpakte fördern zwar den Ausbau von Hochschulen, allerdings fließen nur wenige Mittel in die dafür benötigte Infrastruktur, zu der auch Studentenwohnheime gehören. Das Angebot an Studentenapartments wachse zwar, ist aber immer noch vergleichsweise gering. Zudem steigt die Nachfrage. Insbesondere ausländische Studenten studieren vermehrt in Deutschland. Der Grund hierfür liegt neben der europaweiten Vereinheitlichung der Studiengänge (Bachelor/Master) auch in den besonderen Strukturen der Hochschullandschaft Deutschlands. Anders als in vielen europäischen Staaten sind staatliche Universitäten gebührenfrei - auch für ausländische Studierende. Hinzu kommt, dass es inzwischen an mehr als der Hälfte der deutschen Hochschulen internationale Studiengänge mit englischsprachigem Unterricht gibt.

Ein immer größerer Teil der Studenten verlangt zudem einen Qualitätsstandard, den ältere Wohnheime oftmals nicht anbieten können. Sie präferieren höherwertige aber erschwingliche Angebote. So konnten in den letzten Jahren – neben den günstigen Wohnheimangeboten der Studentenwerke oder anderer öffentlicher Träger – immer mehr hochwertige Wohnheime privater Anbieter verstärkt die Nachfrage auf sich ziehen. Somit bieten sich erfahrenen Immobilienentwicklern und -investoren Chancen, in diesem Marktsegment aktiv Wert-schöpfung zu betreiben und Werte zu steigern. Nicht zuletzt aufgrund des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes bietet sich hier ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Rueckerconsult GmbH
Erstveröffentlichung: Mai 2016