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07.09.2022

Gelebte Inklusion

Der Ulmer Safranberg

Arnaud Ahlborn, Geschäftsführer, INDUSTRIA WOHNEN GmbH
Arnaud Ahlborn

Der neueste Ankauf für den FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND macht das Fondsportfolio nicht nur größer, sondern auf ganz besondere Art auch vielfältiger. Denn die vier Mehrfamilienhäuser auf einem ehemaligen Uniklinikstandort in Ulm werden zum Teil von Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen bewohnt werden. Sie treffen dort in direkter Nachbarschaft auf Familien und Singles, Ältere und Jüngere sowie Menschen in unterschiedlichen Einkommenssituationen.

Vor zehn Jahren zog die Chirurgie der Uniklinik vom Safranberg an einen neuen Standort. Auf der freiwerdenden Fläche am Hang mit Blick nach Süden, Richtung Innenstadt und Münster, sollte ein lebenswertes Wohngebiet für ein breites Spektrum künftiger Bewohner entstehen. Daher hat die Stadt Bauträger und Baugemeinschaften, die ungewöhnliche Konzepte verfolgen, bei der Vergabe von Wohnbaugrundstücken am Safranberg bevorzugt.

Die BPD Immobilienentwicklung nahm diese Aufgabe an und konzipierte zusammen mit dem Architekturbüro Steinhoff Haehnel am Breitensteinweg die „Citycubes Safranberg Ulm“. Menschen in verschiedenen Einkommens- und Lebenslagen, Behinderte und Nichtbehinderte sollen hier eine neue Heimat finden. Die Vielfalt der künftigen Bewohner spiegelt sich bereits in der unterschiedlichen Gestaltung der acht Häuser, mit individuellem Fassadendesign, Farbgebung und wechselnder Anordnung von Loggien und Balkonen. Die einzelnen Wohnkuben, deren Bau im April dieses Jahres begonnen hat und die Mitte 2024 fertiggestellt sein sollen, fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Zwischen den einzelnen Wohneinheiten verzahnen sich Gemeinschaftszonen wie ein Quartiersplatz, Spielbereiche, Hochbeete zum gemeinschaftlichen Gärtnern oder eine Yogawiese.

Mitten im Leben und gut betreut

Vier der Häuser hat nun die INDUSTRIA als Asset Manager für den FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND von der BPD Immobilienentwicklung erworben. Das Besondere dabei: In 14 der 39 Wohneinheiten sollen Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen leben. Eine Zehn-Zimmer-Wohnung mit 288 Quadratmetern wird als Wohngemeinschaft genutzt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen so selbstbestimmt und individuell wie möglich ihrem Alltag nachgehen können. Unterstützt werden sie dabei von einem gemeinnützigen Betreiber. Dieser wird die 14 Wohnungen langfristig als Assistenzwohneinheiten anmieten. Hinzu kommt die Gewerbefläche in einem der Häuser, die als Assistenzagentur mit ambulantem Pflegedienst vorgesehen ist.

Bezahlbarer Wohnraum für die Mitte der Gesellschaft

Weitere 15 Einheiten stehen als geförderte Wohnungen Menschen mit Wohnberechtigungsschein offen. In Baden-Württemberg kann ein Haushalt mit zwei Personen mit einem Haushaltseinkommen von derzeit bis zu 52.700 Euro pro Jahr einen Wohnberechtigungsschein für geförderte Mietwohnungen erhalten. Der Anspruch auf geförderte Wohnungen betrifft also durchaus die Mitte der Gesellschaft. Nicht zuletzt, weil immer mehr Mietwohnungen aus der Preisbindung herausfallen – in Ulm wird es nach aktuellen Prognosen im Jahr 2030 nur noch 1.432 preisgebundene Wohneinheiten geben –, bleibt der Bedarf an geförderten Mietwohnungen hoch.

Mit ihrer Beimischung geförderter Mietwohnungen und der sozialen Nutzung passen die vier „Citycubes“ auf dem Safranberg in Ulm hervorragend zur Fondsstrategie des FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND, die Wirtschaftlichkeit mit sozialer Verantwortung verbindet.

 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von INDUSTRIA WOHNEN GmbH
Erstveröffentlichung: fokus-wohnen-deutschland.de, August 2022

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