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06.10.2021

Konsequent partnerschaftlich

5. Design & Build Konferenz in Berlin

Iris Wolke-Haupt, Managing Director Germany, ISG
Iris Wolke-Haupt

Nach einem Jahr Corona-bedingter Pause fand die Design & Build Konferenz wieder live in Berlin statt. Im Fokus standen dabei neben dem partnerschaftlichen Ansatz beim Bauen vor allem die Digitalisierung und Best Practices aus anderen Märkten. Erneut konnte anhand von Beispielen nachgewiesen werden, welche Vorteile die Integration von Planen und Bauen liefert. Aber genauso wurde kontrovers diskutiert, dass es dafür einen Wechsel des Mindsets bei den Marktteilnehmern braucht.  ISG war bereits zum vierten Mal als Hauptsponsor dabei, denn Design & Build und andere partnerschaftliche Prozessmodelle zählen aufgrund unserer internationalen Präsenz und Auftraggeber zum Standardrepertoire unseres Serviceangebots.

Ein immer wiederkehrendes Thema bei Großprojekten in Deutschland sind die Baukosten, die Dauer des Baus bzw. seine fristgerechte Fertigstellung und die am Ende erzielte Qualität. Denn auf dem deutschen Markt sieht der Projektverlauf meistens wie folgt aus: Die Planungs- und die Bauphase bleiben bei der Entwicklung und Umsetzung eines Projektes weiterhin größtenteils voneinander abgegrenzt. Dabei verlieren die beteiligten Parteien inklusive Auftraggeber aber Zeit und Geld im Vergleich zum partnerschaftlichen, integrativen Ansatz. Für ISG ist klar: Genau dieser Weg bietet eine große Chance, vielen Herausforderungen bei Bauprojekten zu begegnen. Statt „alle nebeneinander“ funktionieren die Projektbeteiligten  miteinander und jeder kann seine tiefe Expertise von Anfang an einbringen.  

Ein Blick über den „großen Teich“ auf verschiedene Projekte bestätigt die gesteigerte Effizienz im Vergleich zu klassischen Verfahren. In den USA existiert beispielsweise bereits seit 1993 das Design & Build Institute of America (DBIA). Deb Sheehan, Vorstandsmitglied DBIA, teilte in ihrem Beitrag zur Konferenz beeindruckende Zahlen, die jeden Branchenteilnehmer ermutigen sollten, sich mit Design & Build zu beschäftigen. Mittlerweile zählt Design & Build in den Vereinigten Staaten zum beliebtesten Vergabemodell. Bis dahin musste gleichwohl ein steiniger Weg von rund 20 Jahren Dauer zurückgelegt werden. Von einer ähnlichen Durchsetzungskraft partnerschaftlicher Methoden wussten Thomas Ummels vom Projektentwickler EDGE aus Amsterdam sowie Oliver Bartz von Arcadis mit Blick auf Australien zu berichten.

Um Design & Build auf dem deutschen Markt zu etablieren, müssen Voraussetzungen erfüllt sein. Als Design & Build-Partner sind entweder im eigenen Unternehmen sowohl Fachplaner als auch Baufachleute beschäftigt. Oder es gibt ein festes Netzwerk von Architekten und Fachplanern, auf die jederzeit zurückgegriffen werden kann. Alle involvierten Parteien müssen eine klare Aufgabenstellung für das Bauvorhaben erarbeiten und sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien zur Bewertung festlegen. Eminent wichtig ist die Transparenz während des gesamten Vorhabens. Dies betrifft insbesondere die Kosten, wobei Open-Book-Verfahren bereits in Deutschland etabliert wurden. Zudem braucht es den Willen der Partner, Informationen auf idealerweise digitalen Plattformen und generell zu teilen. Ohne diese Denkweise ist ein Erfolg nach dem Design & Build-Konzept nicht möglich. Das Stichwort Kollaboration war auf der Konferenz dementsprechend in aller Munde.

Auch bei den künftigen Konferenzen wird ISG als Mitglied im Fachbeirat einen entscheidenden Beitrag leisten, um für partnerschaftliche Baumodelle gerade auch bei deutschen Auftraggebern zu werben. Von dem damit einhergehende Kulturwandel kann die gesamte Bau- und Immobilienbranche erheblich profitieren.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von ISG
Erstveröffentlichung: ISG Website, September 2021

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