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Neue Shoppingwelten

Umbau- und Sanierungsprojekte für Shoppingcenter

Thorsten Krauß, CEO, UNDKRAUSS Bauaktiengesellschaft
Thorsten Krauß

Umfassende Umbau- und Sanierungsprojekte verhelfen jedem Gebäude zu neuem Glanz. Ganz besonderer Bedarf besteht bei Einkaufs- und Fachmarktzentren. Sie müssen sich der wachsenden Konkurrenz des Onlinehandels stellen. Durch gezielte Maßnahmen können neue Mieter für die Center gewonnen und die Besucherzahl erhöht werden. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der von UNDKRAUSS durchgeführte Umbau des „Neiße Parks“ im sächsischen Görlitz. Hier werden 20.000 Quadratmeter Mietfläche auf den neuesten Stand gebracht.

Die schrittweise Digitalisierung unserer Arbeits- und Lebensbereiche geht am Immobiliensektor nicht vorbei. Ihre Auswirkung ist jedoch je nach Immobilientyp unterschiedlich groß: Das Home- oder Mobile Office ist beispielsweise noch lange keine Gefahr für den Büroimmobilienmarkt. Denn zum Arbeiten wird der Mensch weiterhin auf vier Wände zurückgreifen. Zum Einkaufen jedoch reicht ihm mittlerweile ein PC, Tablet oder Smartphone. Der Online-Handel stellt also sehr wohl eine potentiell disruptive Gefahr für Handelsimmobilien dar. Modern aufgestellte Einkaufszentren und Fachmärkte müssen folglich ein Einkaufserlebnis bieten, das über den reinen Warenerwerb hinausgeht. Das Gebot der Stunde in zahlreichen deutschen Centern lautet also: Umbau und Sanierung – um auch für die kommenden Jahrzehnte beim Kunden den Vorzug gegenüber den Plattformen im Netz zu erhalten.

Den Bedarf hierzu stellten bereits vor wenigen Jahren zwei Studien der Deutschen Hypothekenbank (Deutsche Hypo) und des niederländischen Immobilienunternehmens Bouwfonds fest. An der Aktualität der Befunde hat sich seitdem nicht viel geändert. Denn im Bereich der Handelsimmobilien gibt es weiterhin einen beträchtlichen Investitionsrückstau mit Blick auf den Bestand. Bouwfonds ermittelte rund 860 Einkaufszentren in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, die den üblichen Renovierungszyklus von neun Jahren nachzuholen haben. Über 300 von ihnen sind im Bundesgebiet. In allen drei Ländern entspricht dies rund 50 Prozent des Gesamtbestandes an Centerflächen. Die Studie der Deutschen Hypo bestätigt diese Zahlen: Rund 50 Prozent der Einkaufszentren in Deutschland seien renovierungsbedürftig. In den östlichen Bundesländern ist dieser Anteil noch höher. Mit Blick auf die Langzeitbetrachtung seit 2003, so die Deutsche Hypo, ist der Zyklus für Sanierungen von zuvor neun auf mittlerweile sieben Jahre gesunken. Dies ist im Wesentlichen eine Reaktion auf die im selben Zeitraum zugenommene Bedeutung des Onlinehandels.

Was gilt es nun zu beachten, um die Vielzahl deutscher Shopping Malls und Hybrid-Center auf den neuesten Stand zu bringen? Die Antwort lautet: Mieteransprüche erfüllen und Branchenvielfalt schaffen. Aktuell verantwortet UNDKRAUSS im gesamten Bundesgebiet drei verschiedene Projekte im Refurbishment von Hybrid-Centern und Shopping Malls. Im Görlitzer „Neiße Park“ gibt es mit Aldi Nord, dm, dem PC-Fachhandel Vobis und dem Modehaus Adler vier Ankermieter aus unterschiedlichen Geschäftszweigen. Eine ausgewogene Branchenmischung ist für jeden Standort ein entscheidendes Gebot. Seitens der Centermieter sind Ansprüche an Flächen gestiegen: Konkrete Lagen, einfache Laufwege und zusätzliche Services wie schnelles W-LAN oder exakte Klimatisierung zählen zu den Kriterien.

Darüber hinaus, so zeigen jüngste Erhebungen, spielen die Gastronomieflächen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Einladende Food Courts, die ähnlich zu den traditionellen Markthallen eine vielfältige und attraktiv präsentierte Auswahl an Lebensmitteln bieten, sind in vielen Centern der ausschlaggebende Faktor für eine hohe Anziehungskraft unter den Besuchern. Auch im „Neiße Park“ werden die Gastronomieflächen erheblich ausgeweitet, um die Passantenfrequenz zu erhöhen. Weiterhin sollten bei einer Neukonzeption eines Centers Spielflächen für Kinder, Ruheorte mit hoher Aufenthaltsqualität oder auch digitale Unterhaltungsangebote bedacht werden. So eröffnete erst kürzlich in den Shopping-Arkaden am Berliner Potsdamer Platz eine Virtual Reality Lounge.


Visualisierung des Einkaufszentrums Neiße Park, Copyiright CEV

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von UNDKRAUSS Bauaktiengesellschaft
Erstveröffentlichung: The Property Post, Oktobeer 2017

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