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Ostdeutsche Wachstumsinseln

Dynamische Entwicklung überzeugt Investoren

Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter, Engel & Völkers Investment Consulting GmbH
Kai Wolfram

Seit einigen Jahren überzeugen die untersuchten Mittel- und Großstädte in den neuen Bundesländern Immobilieninvestoren durch ihre dynamische Entwicklung. Für Anleger sind die Städte durch hohe Anfangsrenditen und günstige Einstiegspreise äußerst attraktiv. Die Mieten steigen, bewegen sich aber im bundesweiten Vergleich noch immer auf einem moderaten Niveau. Mit starkem Bevölkerungszuwachs und wachsender Wirtschaftskraft steigt auch die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Wohnraum, wodurch der Leerstand sinkt. Die Standorte lassen sich als Wachstumsinseln in Ostdeutschland bezeichnen, da sie gegenüber dem Umland zunehmend hervorstechen.

Überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum

Die noch vor weniger als 20 Jahren als schrumpfende Städte bezeichneten Standorte verfügen inzwischen über eine sehr positive sozioökonomische Entwicklungstendenz. Leipzig ist aktuell die bundesweit am stärksten wachsende Großstadt (+ 11,7 % von 2012–2017), gefolgt von Potsdam (+ 10,5 %). Auch die Landeshauptstädte Magdeburg (+ 5,2 %), Dresden (+ 5,0 %) sowie Erfurt (+ 4,8 %) liegen weit über dem Bundesschnitt (+ 2,8 %). Innerhalb von fünf Jahren hat in allen zehn analysierten Städten außerdem die Kaufkraft pro Kopf im zweistelligen Prozentbereich zugenommen. Besonders deutliche Zugewinne zeigten Brandenburg an der Havel (+ 15,0 %) und Rostock (+ 14,1 %).  Die Arbeitsmarktentwicklung ist besonders kennzeichnend für die Wachstumsinseln in Ostdeutschland. In allen zehn Städten ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen fünf Jahren stärker gesunken (durchschnittlich – 21,7 %) als im bundesweiten Vergleich (– 14,2 %). Mit einer Abnahme von 30,9 % seit 2013 sanken die Arbeitslosenzahlen in Brandenburg an der Havel besonders stark. Prägend ist auch die Herausbildung von Branchenschwerpunkten. Leipzig/Halle ist inzwischen die dynamischste Logistikregion Deutschlands mit internationaler Bedeutung. Dresden gilt hingegen als größter und innovativster Mikroelektronik-Standort in Europa und Jena als wichtiger Standort im Bereich Hightech. Chemnitz, das sich selbst als „Stadt der Moderne“ bezeichnet, belegt dies mit seiner Innovationskraft. So liegt die Zahl der Patentanmeldungen deutlich über dem Bundesschnitt. Potsdam, Jena und Magdeburg haben sich, ebenso wie Dresden und Leipzig, zu angesehenen Wissenschaftsstandorten mit hohen Studentenzahlen und renommierten Universitäten entwickelt.

Transaktionsvolumen wächst rasant

 Die positive Entwicklung der ostdeutschen Wachstumsinseln zeigt sich auch am Markt für Wohn- und Geschäftshäuser: In acht der untersuchten Städte stieg das Transaktionsvolumen 2017 im deutlich zweistelligen Bereich an. Dabei sticht besonders Brandenburg an der Havel hervor, wo sich das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 293,2 % erhöhte. Rostock (+ 67,3 %), Erfurt (+ 61,7 %) und Chemnitz (+ 60,0 %) verzeichneten ebenfalls einen starken Anstieg. Auch im bundesweiten Vergleich zeigen sich die ostdeutschen Städte besonders dynamisch: So lag in der Kategorie der B-Städte das Transaktionsvolumen 2017 in Dresden und Leipzig am höchsten. In den C-Städten führt Erfurt den bundesweiten Vergleich an und auch in den D-Städten liegt mit Halle (Saale) eine ostdeutsche Stadt an der Spitzenposition. Leipzig wies zudem nach Berlin zum wiederholten Mal die bundesweit zweithöchste Anzahl an Transaktionen auf.

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Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Engel & Völkers Commercial
Erstveröffentlichung: Marktbericht Deutschland 2019 - Wohn- und Geschäftshäuser - Residential Investment , Januar 2019

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