04.05.2021

„Frühzeitig, ehrlich, klar“!

Ein Gespräch über die Verantwortung für die Stadtgestaltung und über das Geheimnis guter Projektkommunikation

Klaus Küppers, Niederlassungsleiter Köln, PANDION Real Estate GmbH
Klaus Küppers

Die Pandion AG ist bekannt für den Bau hochwertiger Wohnungen und Büroflächen in zentralen urbanen Lagen. In Köln ist das Unternehmen sogar maßgeblicher Entwickler eines komplett neuen Stadtquartiers. The Property Post sprach mit Klaus Küppers, Niederlassungsleiter der Pandion in Köln, über die Verantwortung des Developers für die Stadtgestaltung und über das Geheimnis guter Projektkommunikation.

TPP: Mit Ihrem Team entwickeln Sie das urbane, 16 Hektar große Quartier, das den Namen  PĀN trägt. Worauf kommt es bei Stadtentwicklungsmaßnahmen dieser Größenordnung besonders an?

KK: Als Entwickler sind wir bei diesem Vorhaben über einen sehr langen Zeitraum für sehr viele unterschiedliche Themen verantwortlich und müssen mit unterschiedlichsten Stakeholdern kommunizieren. Quartiersentwicklungen nehmen je nach Größe und Komplexität fünf bis zum Teil mehr als zehn Jahre in Anspruch. Zudem kommt es auf die richtige Konfiguration an – wie plane ich die Mischung der Nutzungen, welche Nutzung hat wo ihren Platz. Die Planung der Infrastruktur hat dabei einen sehr hohen Stellenwert. Neben der passgenauen städtebaulichen Entwicklung ist unser Markenzeichen und unser Anspruch die Gestaltungsqualität, die sich im gesamten Quartier in der Außenarchitektur, der Innenarchitektur, der Gestaltung der Außenräume sowie der Freiflächen niederschlägt. Wir wollen einen dauerhaft attraktiven Fußabdruck in der Stadt und für die Stadt schaffen. Was noch besonders wichtig ist: Teamwork – im eigenen Team, mit der Politik und der Verwaltung in Stadt und Bezirk sowie anderen Interessenträgern.

TPP: Nun ist schon die „normale“ Projektentwicklung mit allerhand Risiken verbunden. Bei Quartiersentwicklungen potenzieren sich diese Risiken nochmals. Wie gehen Sie damit um?

KK: Die Risiken sind in der Tat zahlreich, teils sehr groß und zudem auf alle Ebenen und Phasen der Entwicklung verteilt. Mit Entwicklungen wie dem PĀN starten wir die Entwicklung eines kleinen Stadtteil sozusagen von einem weißen Blatt Papier. Das erfordert eine klares Risikomanagement und die professionelle Einwertung jedes Einzelrisikos. Technische, bauliche und organisatorische Risiken sind mit dem entsprechenden Team auf diese Weise gut prognostizierbar. Nicht vorhersagbar ist, welche unterschiedlichen Personengruppen aus welchen Interessenlagen heraus im langen Verlauf einer solchen Entwicklung Einfluss nehmen. Dass sie es tun, ist vollkommen berechtigt, denn nur im ständigen Dialog lässt sich ein für die Stadtgesellschaft „passender“ Stadtbaustein schaffen. Hier heißt das Schlüsselwort „Kommunikation“.

TPP: Wie organisiert man diese Kommunikation?

KK: Wir halten uns an eine einfache Regel – frühzeitig, klar, ehrlich und immer auch persönlich das mitzuteilen, was man vorhat. In der bisherigen Kommunikation von Medien und anderen Interessengruppen hinsichtlich PĀN lässt sich beobachten, dass dieses Rezept funktioniert. Die Auseinandersetzung mit dem Projekt und über das Projekt verläuft sachlich und dialogbereit, auch mit Gesprächspartnern und Medien, die großen Bauvorhaben und Projektentwicklern traditionell eher kritisch gegenüberstehen. Für diese Haltung habe ich Verständnis, denn früher sind große Grundstücke nicht selten monofunktional und nur für eng definierte Zielgruppen nutzbar bebaut worden. Aber diese Zeiten sind vorbei. Die Menschen wollen offene, gemischt genutzte und für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen attraktive Quartiere. Wir können genau das liefern, und das kommunizieren wir auch.   

TPP: Ihr Unternehmen ist bekannt für hochwertigen Wohnungsbau, entwickelt seit einiger Zeit aber auch Bürogebäude. Was ist anders, wenn man Stadtentwicklung mit der Kernnutzung „Arbeiten“ statt „Wohnen“ startet?

KK: Büronutzer wollen – zumindest in dem anspruchsvollen Segment, das wir bedienen – eine sichtbare Adresse in guter Lage. Entsprechende Bürogebäude müssen in die erste Reihe rücken und einen markanten architektonischen Auftritt bieten. Für Wohngebäude gelten diese Anforderungen nicht zwingend. Im Grunde gehen wir aber beide Fälle mit dem gleichen Wertekanon an. Wir wollen nicht solitäre Objekte schaffen, sondern Wohn- und Arbeitswelten in einem urbanen Umfeld, in dem die Menschen sich wohl fühlen und gern mal vor die Tür gehen.

TPP: In deutschen Großstädten findet aktuell fast alles, was vier Wände und ein Dach hat, reißenden Absatz. Warum investiert man da in Qualität?

KK: Unser Unternehmen wird im kommenden Jahr 20 Jahre alt und hat vom Start weg kontinuierlich großen Wert auf die bauliche und gestalterische Qualität seiner Projekte gelegt. Mit diesem langfristig angelegten Ansatz waren und sind wir in unterschiedlichen Marktzyklen erfolgreich und werden es weiter sein. Wohnungskäufer erwarten Qualität und reagieren sofort auf Mängel. Prominente Büromieter haben eine noch höhere Erwartungshaltung. Lage, Architektur, Gebäudequalität und -technik müssen top sein, sonst kommt es erst gar nicht zu Mietverhandlungen oder -abschlüssen.

TPP: Her Küppers, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Pandion AG
Erstveröffentlichung: The Property Post, Mai 2021

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