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09.11.2021

Das vernachlässigte ESG-Ziel

SDG 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ - Leichte Umsetzbarkeit am Beispiel der Legionellenbekämpfung

Thomas Körfgen, COO, blueplanet
Thomas Körfgen

Nachdem das Thema „ESG“ mittlerweile auch in der deutschen Immobilienwirtschaft angekommen ist, beginnen die ersten Gesellschaften sich mit den 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der UN auseinanderzusetzen. Zumeist eher reaktiv, um dem wachsenden regulatorischen, aber auch gesellschaftlichen Druck entgegenzuwirken, nur selten aktiv, um tatsächlich etwas zu bewirken.

So werden von den 17 Zielen der Vereinten Nationen, den so genannten SDGs, unisono lediglich die augenfälligsten übernommen, wie „Geschlechtergleichheit“ (SDG 5), „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ (SDG 8), „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ (SDG 9), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (SDG 11) oder „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ (SDG 17).

Das Ziel „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ (SDG 6) wird selten aufgeführt. Liegt es daran, dass in Deutschland zumindest aktuell noch genug Wasser vorhanden zu sein scheint? Ist einer der Gründe, dass es eine erhebliche Dunkelziffer bei den gemeldeten Fällen von Legionellen in unserem Land gibt und man sich als Vorstand nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will und dieses gefährliche, aber unangenehme Thema der Legionellen öffentlich nicht angehen möchte? Oder, ist die Begründung viel einfacher: Keiner äußert sich zu diesem Ziel, warum soll man es dann aktiv selbst angehen?
Blueplanet Investments mit seiner Tochter ecabiotec® ist seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten im Bereich der nachhaltigen Desinfektion und Trinkwasserhygiene aktiv. Im Rahmen des Substitutionsprinzips kann durch diese Lösung schädliche Chemie durch mineralische, umweltfreundliche und nicht toxische Desinfektion, die Mikroorganismen wie Keime, Sporen, Bakterien, Viren und Pilze sowie alle oxidierbaren Hormon- und Antibiotikarückstände ohne mögliche Resistenzbildungen rückstandsfrei entfernen, eliminiert werden.

Die im Prozess verwendete IMEALIT® Technologie (Interactive membrane electrochemical activation low ion transfer) ermöglicht die kontrollierte Produktion einer skalierbaren Wirkstoffreihe mit bisher nicht gekannten Eigenschaften. Es entsteht ein stark wirksamer, effizienter und breit einsetzbarer Wirkstoff, der in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen der Trinkwasser-, Prozesswasser-, Oberflächen- und Luftdesinfektion auf absolut umweltfreundliche und nachhaltige Weise äußerst erfolgreich zum Einsatz kommt.

Das Produktionsverfahren erlaubt auf Schadstoffe wie Aldehyde, Alkohol, Lösungsmittel sowie Farb- oder Duftstoffe gänzlich zu verzichten, bei voller Wirkung, keinerlei Nebenwirkungen und rein mineralischer Abbauprodukte.

Desinfektion in allen Bereichen ist in aller Munde, Legionellenbekämpfung ist jedoch nichts anderes als Trinkwasserdesinfektion. So wie man auf Alkohol und Chemie im Bereich der Hand-, Oberflächen- aber auch Luftdesinfektion verzichten kann und muss, so ist dies bei der Trinkwasserdesinfektion zwingend notwendig. Es geht nicht nur darum, Trinkwassersysteme sofort und ohne Betriebsunterbrechung zu entkeimen, sondern vor allem die Ursache, Biofouling, also den Biofilm nachhaltig zu entfernen. Ohne Biofilm ist eine Kontamination der Trinkwasseranlage durch Legionellenkonzentration ausgeschlossen.

Krankheitserreger sammeln sich in den Rohren und verschmutzen das Trinkwasser. In langen Rohrleitungssystemen finden sich regelmäßig Streckenabschnitte mit sehr günstigen Bedingungen für die Vermehrung von Keimen.

Bild1.pngDer Wasserversorger beliefert die Immobilienwirtschaft mit Trinkwasser, das gesundheitlich unbedenklich, jedoch trotz allem nicht steril ist. Natürlich vorkommende Mikroorganismen gelangen in geringen Konzentrationen in unser Trinkwassersystem. Nisten sie sich hier ein, bilden sich Kolonien unterschiedlicher Keime. Biofouling (Biofilm) bildet sich auf jeder mit Wasser benetzten Oberfläche und wächst mit der Zeit. In diesem Biofouling vermehren sich Legionellen und andere Keime und werden ständig ins Trinkwasser freigesetzt.


Bild2.pngDie moderne und umweltgerechte Säuberung der Wasserleitungen erfolgt über eine elektrochemische Aktivierung. Bei diesem Verfahren werden wässerige Salzlösungen durch eine speziell entwickelte Elektrolysezelle geführt. Eine Membran zwischen Anode (+) und Kathode (-) sorgt dafür, dass die Lösung beim Durchströmen der Zelle nur mit einer elektrischen Polarität (Plus oder Minus) Kontakt hat. Dieser unipolare Kontakt verleiht den Lösungen besondere physikochemische und katalytische Eigenschaften. Die Oberfläche der Anode aus reinem Titan wirkt als Katalysator. Sie besteht aus einer Mischung von Metalloxiden, die in einem Mehrschichtverfahren aufgetragen werden. Die Membran besteht aus einer Keramik, die wasserdicht und gleichzeitig permeabel für Ionen ist. Das durch die elektrochemische Aktivierung entstehende Produkt zeichnet sich durch ein hohes Oxidationsvermögen mit einem hohen Redoxpotential, pH-Neutralität und lange Haltbarkeit aus. Es entfernt Keime und Mikroorganismen aller Art sofort und sicher und beseitigt die Ursache, den Biofilm. Der durch das Redoxpotential verursachte starke Elektronenfluss und die gleichzeitige Freisetzung von nascierendem, atomarem Sauerstoff wirken wie kaltes Feuer. Während des Reaktionsverlaufs zerfällt die in den Wasserkreislauf eingespeiste Lösung wieder zu einer einfachen Kochsalzlösung, der ursprüngliche Betriebsstoff beim Herstellungsprozess.

Bild3.pngDie Unterscheidung des durch das IMEALIT®- Verfahren entstandene und verwendete Produkt im Vergleich zu Alkohol, Chemie aber auch bei der Luftdesinfektion zu Plasma- und UV-Verfahren ist immens. Das Produkt ist wirksamer und besser als alle herkömmlichen Entkeimungsverfahren. Keime, Viren, Pilze, Sporen, sowie oxidierbaren Hormon- und Medikamentenrückstände werden sofort entfernt. Im Bereich Legionellen führen herkömmliche Desinfektionsmaßnahmen nach Aussetzen zu einer schnellen Wiederverkeimung, da sie nicht den Biofilm beseitigen, Resistenzen können gebildet werden. Dies kann durch unsere Produkte und Anwendungen vermieden werden.


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Die SDGs werden die Prozesse der Immobilienunternehmen weitaus stärker verändern, als dies die ESG-Bemühungen derzeit tun. Die SDGs sind die logische Weiterentwicklung dessen, was aktuell im ESG-Bereich versucht wird zu erreichen.
Im Ausland erfährt SDG 6 eine wesentlich höhere Bedeutung. Dort ist man sich der Problematik und Verantwortung zunehmend bewusst, dass mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer angemessenen Sanitärversorgung hat, etwa 10% der Menschen weltweit innerhalb der nächsten 10 Jahre gezwungen sind, wegen Wassermangels ihre Heimat zu verlassen und immer noch 80% des verbrauchten Wassers ungereinigt in die Kanalisation fließt.
Die erwartete Steigerung der Nachfrage nach sauberem und ungefährlichem Trinkwasser liegt bei 55% über die nächsten Jahrzehnte. So wichtig für die Erderwärmung das Thema CO2 ist, so dürfen andere Missstände nicht in den Hintergrund geraten. Vor mehr als 10 Jahren erkannten die Vereinten Nationen das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht an. Wir verschwenden Wasser, wir reinigen Nutzwasser nicht dort, wo es anfällt und wir laufen auch dieser Problematik in Deutschland in den nächsten Jahren wieder hinterher. „Impact Investing“, d.h. das Investoren in der Zukunft nicht nur auf die monetäre Rendite schauen, sondern ebenfalls voraussetzen, dass Ihre Geldströme dafür verwendet werden, Positives zu fördern, wird nicht nur die Kapitalmärkte verändern. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz. Nicht nur aufgrund dessen müssen die Zielsetzungen des SDGs 6 auch in Deutschland von Immobiliengesellschaften, insbesondere den Immobilienbestandshaltern aktiv umgesetzt werden.

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Erstveröffentlichung: The Property Post

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