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02.06.2022

Steigende Baukosten:

Die Folgen in der Bürovermietung

Stephan Bräuning, Head of Office Letting, Colliers International Deutschland GmbH
Stephan Bräuning

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine trifft die deutsche Immobilienwirtschaft vor allem wegen der Knappheit an Rohstoffen und Baumaterial für Neu- und Bestandsentwicklungen. Baukosten steigen. Fertigstellungstermine können sich um Wochen und Monate verzögern. Was jetzt zählt, ist eine kompetente Beratung, um in der komplexen Gemengelage die besten Lösungen für Mieter und Vermieter zu entwickeln.

Die Situation in der Bauindustrie ist eine extreme Herausforderung für die gesamte Immobilienbranche. Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sind etwa die Kosten für Betonstahl innerhalb eines Jahres um 60,4 Prozent gestiegen. Bei anderen Baustoffen sieht es kaum besser aus: Bitumen aus Erdöl verzeichnen im selben Zeitraum einen Kostensprung um 45,3 Prozent. Polymerkunststoffe, die zur Dämmung verwendet werden, sind um 41,9 Prozent im Preis gestiegen und selbst für den natürlichen Baustoff Holz haben die Kosten um 44 Prozent angezogen. Diese Preisspirale kann in Summe nicht ohne Auswirkungen auf den Vermietungsmarkt bleiben, zumal neben Neuentwicklungen auch im Flächenausbau Baumaterialien benötigt werden und Energiekosten anfallen. Wie also kann die Branche reagieren?

Gleitklauseln als mögliche Lösung, aber nicht für alle Beteiligten immer umsetzbar

Ein angestrebtes Mittel von Projektentwicklern und Bestandshalteren könnten Gleitklauseln in Miet- und Lieferverträgen sein, die preisliche Veränderungen berücksichtigen. Beispielsweise werden bei Projekten des Bundes aufgrund der Ausweitung einer älteren Regelung mittlerweile Klauseln zu möglichen Preissteigerungen bei Baumaterialien eingearbeitet. Gleitklauseln in Mietverträgen müssen allerdings rechtssicher gestaltet sein und die Bedürfnisse zum Thema Kostensicherheit für alle Vertragsparteien berücksichtigen. Hier braucht es eine qualifizierte Beratung.

Kalkulation von Nebenkosten ist komplex geworden

Wenn Baukosten steigen und Fertigstellungstermine nicht mehr garantiert werden können, wächst der Beratungsbedarf bei Projektentwicklern und Eigentümern ebenso wie bei Mietern. Im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie benötigen Nutzer von Büroflächen eine höchstmögliche Mietkostensicherheit und müssen hier nicht zuletzt auch die Nebenkosten planungssicher kalkulieren können. Wie soll etwa die Vorauszahlung von Nebenkosten in einem Mietvertrag geregelt werden, wenn die Energiepreise Jahr für Jahr zurzeit sogar Monat für Monat spürbar steigen? Auch hier ist eine Beratung notwendig.

Vermietungsprojekte mit noch mehr Vorlauf angehen

Klar ist: Aufgrund der komplexeren Gemengelage am Markt müssen Mietvertragsprojekte derzeit deutlich früher gestartet werden, als es in der Vergangenheit üblich war. Eine Indexierung der Büromiete erscheint unumgänglich. Mieter können aktuell selten Anspruch auf ein garantiertes Einzugsdatum erheben. Hier müssen einvernehmliche Lösungen gefunden werden, ebenso bei der Frage steigender Mietpreise.

 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Colliers International Deutschland GmbH
Erstveröffentlichung: Colliers Blog, Mai 2022

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