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Studentenwohnungsmarkt

Studentenwohnanlagen knacken die Milliarde

Erscheinungstermin: Juni 2017

Herausgeber: Savills Research Deutschland

Die Universitäten und Hochschulen in Deutschland haben mit rund 2.806.000 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten zum Wintersemester 2016/2017 das neunte Rekordjahr in Folge verzeichnet. Die Studierendenzahl wuchs gegenüber dem Wintersemester 2015/2016 erneut um 1,8 Prozent, was jedoch die niedrigste Zuwachsrate seit zehn Jahren war. Laut dem international tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmen Savills ist künftig nicht mehr mit einem Anstieg zu rechnen. Im Gegenteil: Die Zahl der Städte mit rückläufigen Studierendenzahlen wird zunehmen. Nicht vom Rückgang betroffen ist dabei die Gruppe ausländischer Studierender.

Sie erreichte mit 358.000 im Wintersemester 2016/2017 einen neuen Spitzenanteil von 12,8 Prozent an allen Studierenden. Parallel zum Anstieg der Studierendenzahlen verknappte sich jedoch laut Savills der verfügbare Wohnraum für die angehenden Akademiker: Während im Jahr 2006 in den 30 größten Hochschulstädten Deutschlands noch ein Angebot von über 1,7 Mio. Wohnungen mit erschwinglichen Mietpreisen 1,1 Mio. Studierenden zur Verfügung stand, waren es im Jahr 2016 nur noch 1,1 Mio. für über 1,5 Mio. Studierende. (*1)

Gleichzeitig verbleibt die Versorgungsquote durch öffentliche und private Wohnheimplätze in denselben Städten auf einem geringen Niveau von heute 11 Prozent. Auch in den nächsten fünf Jahren wächst die Bettenversorgung durch Wohnanlagen laut Savills nur geringfügig auf 13 Prozent.

Angebot von privaten Wohnanlagen verfünffacht sich innerhalb von zehn Jahren
Durch das Engagement der privaten Investoren verändert sich der deutsche Studentenwohnungsmarkt rasant. Zwar sind nach wie vor die Studentenwerke mit insgesamt rund 114.000 Betten in den Top-30-Hochschulstädten der größte Anbieter, doch bauen private Träger ihr Angebot mit einem derzeitigen Bestand von knapp 38.500 Betten und weiteren 24.500 in Bau oder Planung aus.

Privatangebot hauptsächlich im oberen Preissegment mit Fokus auf weitere Zielgruppen
Ein Grund für die dennoch geringe Versorgungszunahme von Wohnraum liegt in der Fokussierung auf das gehobene Preissegment seitens der Privatanbieter. Etwa die Hälfte ihrer bislang existierenden Wohnangebote fordern All-in-Mieten von mindestens 450 Euro pro Monat. Auch bei den in Bau oder Planung befindlichen Objekten dürften laut Savills die Mieten zu mindestens zwei Dritteln in diesem Preisbereich liegen. Die höchsten All-In-Monatsmieten werden derzeit in den Städten Freiburg (i. D. 670 Euro), Frankfurt (i. D. 632 Euro), München (i. D. 569 Euro) und Berlin (i. D. 552 Euro) aufgerufen.

 

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