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07.12.2021

Datensicherung & Datennutzung

Wie können Unternehmen effektiver mit ihren Daten arbeiten?

Richard Gerritsen, Regional Director European Sales, Yardi Systems GmbH
Richard Gerritsen

In den vergangenen Monaten sorgten Angriffe auf IT-Infrastrukturen von Kommunen, Behörden und Unternehmen in Deutschland, in den USA und in anderen Ländern immer wieder für Schlagzeilen. Cloudbasierte Lösungen können Unternehmen einen Schutz ihrer Daten vor solchen Attacken bieten, werden allerdings noch immer von einigen Entscheidungsträgern mit Skepsis betrachtet. Doch was ist wirklich sicherer: die Cloud oder „die Festplatte im eigenen Keller“? The Property Post sprach darüber mit Richard Gerritsen, Regional Director bei Yardi Systems GmbH in Mainz.

The Property Post: Herr Gerritsen, wenn Unternehmen cloudbasiert arbeiten, müssen sie ihre sensiblen Daten externen Datencentern anvertrauen. Inwiefern ist sind die Daten denn dort wirklich sicherer als auf unter Verschluss gehaltenen Speichermedien im eigenen Unternehmen?
Richard Gerritsen:
Einen 100%-gen Schutz gibt es nicht, ein gewisses Risiko bleibt immer bestehen. Natürlich werden auch Datencenter von Hackern angegriffen, aber sie sind wesentlich besser darauf vorbereitet und besser geschützt. Yardi bietet seit 2002 cloudbasierte Lösungen an und investiert jährlich mehrere Millionen in die Sicherheit und die professionellen Teams, die unsere 12 weltweit verteilten Rechenzentren betreuen und für die betriebliche Kontinuität sorgen. Wir reden hier über eine bewährte Technologie und nicht über eine neumodische Erfindung, die in den Kinderschuhen steckt. Die Technologie ist da, sie wird nur noch nicht von allen genutzt.

TPP: Was machen externe Datencenter da anders?
R. G.:
Alle wirklich professionellen Datencenter engagiere dafür die besten Experten, um tägliche Angriffe erfolgreich abzuwehren. Zudem erfolgt eine regelmäßige Zertifizierung, sodass sie stets auf dem aktuellsten Stand sind, was das Wissen über potenzielle Angriffe, deren frühzeitiges Erkennen und deren Abwehr angeht.

TPP: Können Unternehmen das nicht auch selbst leisten?
R. G.:
In der Praxis fehlen den allermeisten Unternehmen dafür die Voraussetzungen oder finanzielle Mittel. Kleinere Unternehmen haben oft nicht einmal eine eigene IT-Abteilung. Wer könnte dann dort auf Anhieb einen Angriff oder einen Datendiebstahl erkennen, und falls das überhaupt geschehen sollte, zu welchem Zeitpunkt wäre das? Vor diesem Hintergrund sind die Daten in der Cloud bei einem guten Anbieter bei Weitem sicherer als sie es im eigenen Unternehmen jemals sein könnten.

TPP: Und wie verhält es sich mit größeren Unternehmen? Diese haben doch häufig eigene IT-Abteilungen …
R. G.:
Das stimmt zwar, aber größere Unternehmen haben größere Probleme und andere Herausforderungen, dementsprechend wird in den meisten Fällen mehr Personal benötigt, um es zu managen. Dann stellt sich immer noch die Frage, wann ein Angriff erkannt wird und vor allem, wie das Unternehmen darauf reagieren soll. Einfach „den Stecker ziehen“? Und wenn ja, wie lange? In der Praxis ist das natürlich keine wirkliche Option, denn die wirtschaftlichen Schäden, die mit einer solchen faktischen Stilllegung des Betriebes verbunden sind, wären einfach zu groß. Große Datencenter können im Ernstfall sofort reagieren und notfalls auf andere Systeme und Strukturen ausweichen.

TPP: Was ergibt sich daraus für Unternehmen? Ist die Nutzung der Cloud die ultimative Lösung?
R. G.:
Unter dem Aspekt der Sicherheit und der Datenverfügbarkeit ist die Cloud sicherlich die bessere Lösung. Allerdings löst die Nutzung der Cloud nicht alle Probleme eines Unternehmens. Noch viel wichtiger als die Entscheidung zwischen Cloud und lokaler Lösung ist die Frage, wie es um die IT-Infrastruktur des Unternehmens generell bestellt ist und wie die operativen Prozesse gestaltet sind. Vielerorts werden unternehmensintern noch Excel-Listen, zum Teil auch mit persönlichen oder vertraulichen Daten, per E-Mail herumgeschickt und an unterschiedlichsten Stellen gespeichert. Besonders sicher ist das zweifellos nicht, und die Vielzahl von Schnittstellen im Unternehmen ist auch gleichbedeutend mit entsprechend vielen Schwachstellen, besonders im Hinblick auf die Sicherheit, aber auch auf die Effizienz und auf die Richtigkeit der Daten. Wer sicher und auch zuverlässig arbeiten können will, braucht eine einzige „Informationsquelle“, wir nennen es „single source of truth“, und muss alle Daten in einem System vorhalten, auf dass dann alle Berechtigten zugreifen können. Als Technologiepartner sind wir davon überzeugt, dass Datensicherung und Datennutzung einfacher und effizienter auf einer Plattform funktioniert.

TPP: Herr Gerritsen, vielen Dank für das Gespräch.

 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Yardi Systems
Erstveröffentlichung: The Property Post, Dezember 2021

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