20.03.2026

Agilität im regulierten Umfeld

Manova Partners setzt auf Transformation von innen

Jitka Steinmetz, Chief Operating Officer, Manova Partners GmbH
Jitka Steinmetz

Mit Jitka Steinmetz hat Manova Partners eine erfahrene Top-Managerin als Chief Operating Officer gewonnen. Sie studierte Informatik, Psychologie und formale Linguistik und bringt mehr als 15 Jahre internationale Führungserfahrung aus leitenden operativen Funktionen mit – zuletzt als Managing Director eines Konzerns für digitale Strategien und Softwareentwicklung mit 1.500 Mitarbeitenden und 140 Millionen Euro Jahresumsatz. Darüber hinaus war sie sieben Jahre bei McKinsey & Company, zuletzt als Director of Operations Central Europe. Bei Manova Partners verantwortet sie das operative Geschäft und treibt insbesondere die Weiterentwicklung von smarten Governance-Strukturen und die Nutzung modernster Technologien voran – vor dem Hintergrund eines zunehmend komplexen Markt- und Regulierungsumfelds. Über ihren Wechsel zu Manova Partners, die Herausforderungen für Immobilien-Investmentmanager und den Stellenwert von Digitalisierung spricht Jitka Steinmetz mit The Property Post. 

TPP: Sie haben bereits viel Führungsverantwortung in großen Unternehmen getragen. Warum haben Sie sich jetzt für Manova Partners als neuen Arbeitgeber entschieden?
Jitka Steinmetz:
Für mich steht nicht die Größe eines Unternehmens im Vordergrund, sondern die Aufgabe und das Team. Ich habe viele Jahre mit immateriellen Assets gearbeitet – in der Beratung und in der IT, insbesondere im Bereich Softwareentwicklung. Der Wechsel in die Immobilienbranche war daher ganz bewusst: Immobilien sind reale, greifbare Assets. Zugleich ist die Branche stark interdisziplinär: Sie vereint technische, gestalterische, wirtschaftliche und soziale Aspekte. 

Hinzu kommt, dass die Immobilienwirtschaft aktuell stark von geopolitischen, wirtschaftlichen und technologischen Einflüssen geprägt ist. Diese globale Vernetzung macht die Arbeit strategisch anspruchsvoll.  

Als international tätige Investment-Boutique ist Manova Partners sehr professionell aufgestellt. Kurze Entscheidungswege und eine vertrauensbasierte Unternehmenskultur haben mich überzeugt. 

TPP: Sie kommen aus der IT-Branche. Was kann die Immobilienbranche, die im Ruf steht, bei der Digitalisierung eher langsam zu sein, von der IT lernen?
Jitka Steinmetz:
Mich hat überrascht, wie wenig die Digitalisierung in Teilen der Immobilienbranche vorangeschritten ist. Bis 2022 war das Geschäft sehr profitabel und stark netzwerkgetrieben – entsprechend war der Druck gering, Prozesse oder Kostenstrukturen durch Digitalisierung zu optimieren. Das ändert sich gerade. Wer diesen Wandel aktiv gestaltet, verschafft sich einen dauerhaften Vorteil. 

Aus IT-Sicht beginnt alles mit Daten. Zentrale, skalierbare Datenplattformen sind in vielen Branchen seit Jahren Standard. In der Immobilienwirtschaft ist die Datenlandschaft dagegen oft sehr heterogen. Dabei sind nicht nur die Plattformen selbst entscheidend, sondern vor allem die Schnittstellen, um unterschiedliche Datenquellen sinnvoll zusammenzuführen. Ziel ist es, die regulatorisch geforderte Struktur im Datenmanagement mit den Möglichkeiten moderner KI-Tools zu verbinden, um aus fragmentierten Daten echte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fokus auf die Nutzer der Technik – also die Mitarbeitenden. Technologie entfaltet ihren Wert erst dann vollständig, wenn sie von Menschen kompetent eingesetzt wird. Ziel ist es, Produktivität zu steigern, Abhängigkeiten von externen Dienstleistern zu reduzieren und Innovation aus der Organisation selbst heraus zu ermöglichen. Dafür braucht es bei allen Mitarbeitenden ein Grundverständnis digitaler Werkzeuge von Automatisierung bis zu KI, bzw. generative KI. 

TPP: Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die drei größten Herausforderungen für Immobilien-Investment- und Asset Manager?
Jitka Steinmetz:
Erstens werden im Moment Immobilieninvestments von anderen, liquideren Anlageklassen in der Risiko-Rendite-Abwägung überholt. Das ist eine strukturelle Entwicklung, keine zyklische. Die Frage lautet nicht, ob Kapital zurückkommt, sondern unter welchen Bedingungen und in welchen Segmenten. 

Zweitens sind Bewertungen nach wie vor ein zentrales Thema. Die Volatilität geopolitischer Entwicklungen lässt sich nur schwer abbilden. In Deutschland beobachte ich eine gewisse Zurückhaltung bei starken Preisanpassungen, während andere Märkte die Preisfindung längst vollzogen haben. Das bremst das Transaktionsvolumen und die Portfoliobereinigung. 

Drittens prägt eine strategische Trägheit den deutschen Markt. In Deutschland wird stark auf Stabilität und den Erhalt des Status quo gesetzt, während andere Märkte Portfolios aktiv repositionieren. In einem Umfeld, das sich durch Kapitalkosten, ESG- oder Mieteranforderungen strukturell verändert, ist aktives Handeln entscheidend. Wer jetzt klare Entscheidungen trifft, sichert sich erstklassige Objekte zu Preisen, die vor zwei Jahren undenkbar gewesen wären. 

TPP: Welche Geschäftsbereiche werden Sie bei Manova Partners verantworten?
Jitka Steinmetz:
Als Chief Operating Officer bin ich strategische Partnerin innerhalb der Geschäftsführung. In einem regulierten Umfeld sind Strukturen und Prozesse wichtig, gleichzeitig setzen wir stark auf bereichsübergreifende Zusammenarbeit – denn letztlich spiegelt sich operative Exzellenz direkt in der Qualität und Verlässlichkeit wider, die unsere Investoren von uns erwarten. 

Ich befasse mich mit allen operativen und strategischen Themen der unternehmensinternen Prozesse – insbesondere IT, Organisationssteuerung und Mitarbeiterentwicklung. Gerade in personalintensiven Bereichen wie Fund- und Asset Management spielen Effizienz, Kostenmanagement und das Zusammenspiel zwischen Teams eine zentrale Rolle. 

TPP: Bei welchen Projekten wollen Sie im Rahmen Ihrer Arbeit bei Manova Partners Schwerpunkte setzen? 
Jitka Steinmetz:
Ein Schwerpunkt liegt auf der Etablierung einer IT-Architektur, die auf einem hochqualitativen Daten-Pool sowie mondersten Managementplattformen basiert und sich auf den Lebenszyklus der Assets und die Wertschöpfung des Investments konzentriert. 

Darüber hinaus geht es mir um eine intelligente Steuerung des Unternehmens. Dazu zählen die konsequente Ausrichtung auf KPIs, die Weiterentwicklung unserer Performance-Kultur und Wertschöpfungseffizienz. So stellen wir die nötige Agilität und Resilienz sicher, um in einem dynamischen Umfeld konsequent Ergebnisse zu erzielen.  

Die aktuellen Herausforderungen der Branche bieten echte Chancen für Innovation, neue Produkte, selektive Akquisitionen oder die Repositionierung bestehender Assets. Genau das macht diese Phase für Manova Partners strategisch besonders interessant. 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von Manova Partners
Erstveröffentlichung: The Property Post, März 2026

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