02.03.2026

Technische Due Diligence als Brücke

Wie TDD mit KI und Expertise konsistente Daten schafft und fundierte Entscheidungen ermöglicht.

Sebastian Eisenhardt, Geschäftsführer, CASE Real Estate GmbH
Sebastian Eisenhardt

Die Immobilienanalyse sieht sich mit wachsenden Datenmengen aus ESG- und Planungsanforderungen konfrontiert, die gegen komplexe Businessmodelle geprüft werden sollen. Es stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob Software eingesetzt werden sollte, sondern wie die Waage zwischen Betrachtungsumfang und -tiefe für den jeweiligen Anwendungsfall zu justieren ist. 

Dokumente lassen sich gemeinhin auslesen, Informationen aggregieren und Kennzahlen extrahieren. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch in der Sicherstellung der Konsistenz und der Generierung von Kontext. In der Praxis existieren häufig unterschiedliche Informationsstände und abweichende Angaben zu ein und derselben Thematik – etwa zur Bruttogrundfläche oder zu Bauteilen. Daten sind vorhanden, aber nicht zwangsläufig belastbar. Sollte jedoch nicht stets die vollständige objektspezifische Datenbasis als Ausgangspunkt für Modelle und Strategien dienen?

Vom Datenraum zur belastbaren Bewertung
Der wesentliche Aufwand einer technischen Analyse liegt typischerweise nicht nur in der Identifikation des Handlungsbedarfs, sondern in der vorhergehenden Verdichtung heterogener und teils widersprüchlicher Informationen. Die Technische Due Diligence hatte dabei schon immer die Aufgabe, aus unterschiedlichen Unterlagen ein konsistentes Factbook zu entwickeln, auf dem Bewertungen und Ableitungen aufsetzen. Künftig verschiebt sich der Schwerpunkt noch stärker auf die Verifizierung und Bereitstellung von Daten: Welche Angaben stimmen, welche sind überholt, welche fehlen? 
Entscheidend ist, dass die Datenbasis fachlich eingeordnet und außerdem nicht isoliert von der tatsächlichen Immobilie betrachtet wird. Der Abgleich dokumentierter Informationen mit der geprüften Vor-Ort-Realität ist unabdingbar. Durch die Zusammenarbeit von KI und Immobilienexperten werden aus Daten valide Fakten - eine Single-Source-of-Truth entsteht. Unter Berücksichtigung vorgegebener Bewertungsrahmen und -prozesse, kann die KI dann fachliche Ableitungen vorschlagen. 

Der neue Erwartungsstandard
KI-Modelle übernehmen nicht die fachliche Plausibilisierung und Verantwortung für das Ergebnis. Wird die jahrelange Erfahrung von Experten jedoch in eine wiederholbare und transparente Prozesslogik übersetzt, ergeben sich aus der zunehmenden Geschwindigkeit und Kontextualisierung neue Möglichkeiten.
Dadurch eröffnet sich unter anderem eine konsistentere Durchdringung von Portfolios anhand integrierter Bewertungsmodelle, die physische Realität, Datenstruktur und fachliche Verantwortung miteinander verbinden. Die schnelle und dennoch fundierte (Vor-)Prüfung von Opportunitäten verspricht in Transaktionen zugleich eine Minimierung von Dead-Deal-Costs. 

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von CASE Real Estate GmbH
Erstveröffentlichung: The Property Post, März 2026

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