14.04.2026

Niederländischer Wohnungsmarkt

Trotz regulatorischer Eingriffe sehr attraktiv

Robbert van Dijk, Fund Director, a.s.r. real estate
Robbert van Dijk

Der niederländische Wohnungsmarkt bleibt trotz regulatorischer Eingriffe attraktiv: Starke Fundamentaldaten, steigende Nachfrage und ein struktureller Wohnungsmangel treiben die Mieten weiter nach oben.

Der niederländische Wohnungsmarkt wird durch positive Fundamentaldaten gestützt. Bis 2050 wird ein Bevölkerungswachstum von rund 9 Prozent erwartet, während die Zahl der Haushalte voraussichtlich um rund 15 Prozent steigen wird. Dies ist nicht nur auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen, sondern auch auf die fortschreitende Individualisierung und die sinkende durchschnittliche Haushaltsgröße.

Die Nachfrage konzentriert sich auf die wirtschaftlich stärksten und liquidesten Märkte des Landes, insbesondere auf die Randstad (Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Utrecht) und die großen Städte im Süden der Niederlande, beispielsweise Eindhoven. Diese Regionen profitieren auch künftig vom Beschäftigungswachstum, der Urbanisierung und einer breiten Nachfrage seitens der Nutzer.

Gleichzeitig sieht sich der Markt mit einer strukturellen Wohnungsknappheit von ca. 400.000 Wohnungen im Jahr 2025 konfrontiert (4,8 % des Wohnungsbestands). Der Neubau von Wohnungen bleibt weiterhin hinter dem Niveau zurück, das erforderlich wäre, um die Wohnungsknappheit wesentlich zu verringern. Infolgedessen nam das Tempo des Mietanstiegs noch zu: Während die Marktmieten 2023 beispielweise um 5,6 Prozent stiegen, kletterten sie 2025 um 7,8 Prozent.

Angebot an Mietwohnungen nimmt ab
Zudem ist der Mietmarkt von einem anhaltenden Rückgang des bestehenden Mietbestands betroffen. In den letzten Jahren wurden mehr Mietwohnungen an den Eigenheimmarkt verkauft, als durch Neubauten hinzukamen. 

Dieser Rückgang hat mehrere Gründe: Verschärften Mietpreisbindungen, steuerliche Änderungen und eine sich vergrößernden Kluft der Werten zwischen leerstehenden und vermieteten Wohnungen. 

Zusammen haben diese Faktoren den Anreiz für Investoren und private Vermieter verringert, Mietportfolios zu halten oder auszubauen. Die Folge sind eine geringere Verfügbarkeit und angespanntere Angebotsbedingungen, insbesondere in den größeren städtischen Märkten.

Der Renditefokus bei niederländischen Wohnimmobilien verlagert sich zunehmend auf die Steigerung der laufenden Einnahmen. In diesem Zusammenhang stützen starke Fundamentaldaten weiterhin das Mietwachstum und damit die Relevanz des Wohnungssektors für langfristig orientiertes, institutionelles Kapital. Dies macht niederländische Wohnimmobilien zu einer interessanten Anlagekategorie für institutionelle Investoren, die nach einer Anlageklasse mit stabilen Erträgen suchen.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von a.s.r. real estate
Erstveröffentlichung: The Property Post, April 2026

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