11.08.2026

Serieller Holzbau im Gewerbe

Vorgefertigte Holzbauteile beschleunigen Prozesse und senken Kosten

Markus Eberhard, Geschäftsführer, GreenPlaces Deutschland Asset Management GmbH
Markus Eberhard

Seriell vorgefertigte Holzbauteile werden im Gewerbebau bislang selten eingesetzt, obwohl sie in der Lage sind, Prozesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Klimabilanz zu verbessern.

Gewerbeparks entstehen an verkehrlich gut angebundenen Standorten in wirtschaftlich prosperierenden Regionen. Die modularen Gewerbeflächen richten sich Handwerksbetriebe, Dienstleister, Startups sowie generell kleine und mittlere Unternehmen. Die Standorte, die GreenPlaces in Deutschland entwickelt, bestehen aus 26 bis 42 Modulen, die einzeln angemietet oder gekauft, aber auch zu größeren Einheiten verbunden werden können. Es gibt dreigeschossige Gebäude mit circa 170 Quadratmeter großen Modulen sowie zweigeschossige Varianten mit circa 122 Quadratmetern. Alle Gewerbemodule werden mit einer Wärmepumpe beheizt bzw. gekühlt. Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der vermieteten Einheiten liefern günstigen Strom. Für alle Einheiten stehen eigene Parkplätze zur Verfügung.

Holz schlägt Beton und Stahl in mehrfacher Hinsicht
Ganz bewusst hat sich GreenPlaces für Holz als Baustoff entschieden. Denn das Unternehmen hat seine Wurzeln in der Schweiz, wo Holzbau eine lange Tradition hat. Holz vereint hervorragende statische Eigenschaften mit sehr guter Wärmedämmung und einer hohen Feuerwiderstandsklasse. Verglichen mit Stahl oder Beton hat Holz ein deutlich geringeres Gewicht, was den Transport vereinfacht und Ressourcen schont. Der nachwachsende Baustoff verursacht 70 bis 80 Prozent weniger CO2-Emissionen als Stahlbeton und ist rückbaubar. 

Ein Großteil der Bauteile – vom Wandmodul bis zur Geschossdecke – wird seriell in Werkhallen vorgefertigt und am Standort montiert. Das senkt die Kosten, macht die Arbeiten gut planbar und verkürzt die Bauzeit erheblich. Die Gewerbeparks sind in der Regel binnen zwölf bis 18 Monaten nach Baufreigabe fertiggestellt. 

Vorteile für Kommunen
Für Kommunen steigen unterdessen die Anforderungen, Raum für nachhaltige, flexible und bezahlbare Gewerbeflächen zu bieten. Sie müssen ihre Grundstücke nicht nur effizient, sondern zunehmend auch klimagerecht entwickeln. Während sie als Wirtschaftsstandort attraktiv werden und ihre Gewerbesteuereinnahmen steigern wollen, wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups der Zugang zu geeigneten Flächen zur wachsenden Herausforderung.

Modulare Baukonzepte in Holzbauweise bieten hier konkrete Lösungen. Sie leisten durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe einen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen im Gebäudesektor. Die Vorfertigung und die standardisierte Bauweise beschleunigt Genehmigungs- und Entwicklungsprozesse – ein Aspekt, der gerade in Zeiten knapper Verwaltungskapazitäten in Bauämtern zunehmend an Bedeutung gewinnt. 
Für Kommunen bedeutet die Zusammenarbeit mit Projektentwicklern modularer Konzepte zudem ein geringeres wirtschaftliches Risiko. Die Bauphase ist kürzer als im herkömmlichen Bau und sehr gut planbar.

Für die Unternehmen ermöglichen die Holzmodule ein breites Spektrum unterschiedlicher Nutzungen – etwa als Lager, Ausstellungsraum, Produktions- oder Bürofläche. Hauptzielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen und Startups unterschiedlichster Branchen. Zu den Nutzern gehören kleine Produktionsbetriebe, Handwerker, Manufakturen, Künstler, Sport- und Gesundheitsstudios oder Architekturbüros. 

Ein entscheidender Mehrwert modularer Gewerbestandorte liegt in ihrem Potenzial zur Community-Bildung: Wenn Handwerksbetriebe, Entwicklerteams, Kreative und technikaffine Startups Tür an Tür arbeiten, entstehen Synergien, Wissen wird ausgetauscht und bestenfalls werden gemeinsame Projekte realisiert. 

Fazit
Der Bedarf an flexiblen, energieeffizienten Gewerbeflächen wächst. Der serielle Holzbau bietet die Möglichkeit, diesen Bedarf unter Einhaltung ökologischer Kriterien und innerhalb kurzer Bauzeiten kostengünstig zu decken. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich technische, wirtschaftliche und ökologische Anforderungen miteinander verbinden lassen.

Die Nutzungsrechte wurden The Property Post zur Verfügung gestellt von GreenPlaces Deutschland Asset Management GmbH
Erstveröffentlichung: Modulares und serielle Bauen (Mo|u|Se), Ausgabe 1-2026

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